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1/2 (1885) Anabasis oder Feldzuege Alexanders
Entstehung
Seite
158
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anständigen Benehmens befleißigt, und dabei, in so weit dieß möglich,des Königs Sache zu fördern sucht, in dessen Umgebung zu sein ernicht unter seiner Würde erachtet hat. Dcßhalb bin ich der Meinung,daß Callisthenes nicht ohne Grund theils wegen seines unzeitigenFreimuths, theils wegen seiner übermäßigen Ungeschliffenheit Alexan-dern verhaßt worden sei^). Darum kommt mir's auch begreiflich vor,wie diejenigen leicht Glauben finden konnten, welche den Callisthenesder Theilnahme am Anschlag der Edelknaben gegen Alexanders Leben,ja zum Theil sogar der Anreizung hiezu bezüchtigt haben. Mit die-sem Anschlag aber hat es folgende Bewandtniß.

13 .

Nach einer schon von Philipp herstammenden Anordnung wur-den die Söhne der maccdonischen Großen , sobald sie in's Jüng-lingsalter eingetretcn waren, zum persönlichen Dienste des Königsausgewählt. Außer den übrigen Dienstleistungen um seine Personhatten sie die Obliegenheit, wenn er schlief, bei ihm Wache zu halten;so oft der König ausritt, nahmen sie den Stallbedienten das Pferd ab,führten es vor und halfen dem Könige nach persischer Sitte in denSattel; auch hatten sie an den königlichen Jagdfreuden Theil. Einervon ihnen, Hermolaus, des Sopolis Sohn, hatte, wie es schien, In-teresse für Philosophie, und bezeugte deßhalb dem Callisthenes seineHochachtung. Von diesem erzählt man sich nun Folgendes: als aufeiner Jagd Alexandern ein Schwein vor den Speer rannte, kam ihmHermolaus mit dem Schüsse zuvor und erlegte das Thier. Alexander,der zu spät gekommen, wurde gegen Hermolaus aufgebracht, ließ imZorn in Anwesenheit der übrigen Edelknaben ihm Schläge gebenund auch sein Pferd ihm abnehmen. Im Schmerzgefühle über dieseschimpfliche Behandlung soll Hermolaus gegen Sostratus, des Amyn-tas Sohn, seinen Altersgenossen und zugleich Liebhaber ^), es aus-gesprochen haben: das Leben sei ihm unerträglich, wenn er sich fürdiese Schmach nicht an Alexander rächen könne. Ohne viel Mühehabe er den Sostratus zur Theilnahme an der Sache bestimmt: wares ja sein Liebhaber. Von Beiden seien sodann Antipater, der Sohndes Asclepiodorus, gewesenen Statthalters von Syrien Epimenes,