Druckschrift 
1/2 (1885) Anabasis oder Feldzuege Alexanders
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

Drittes Buch.

IOÜ

ordmmg auf: desgleichen rückte ihm Alexander schlagfertig entgegen.Noch waren beide Heere etwa sechzig Stadien von einander entfernt,ohne einander im Gesicht zu haben, weil sich einige Anhöhen zwischenihnen befanden. Sobald aber Alexander bis auf etwa dreißigStadien näher gerückt war, und sein Heer bereits über die letzteHügelkette herabzog si wurde er von hier aus den Feind ansichtig undließ feine Truppen Halt machen. Er berief seine Gefolgsleute, dieOberanführer, die Inhaber der einzelnen Reiterscharen, sowie dieBefehlshaber der Bundesgenossen und der fremden Mietstruppen zueinem Kriegsrat und legte diesem die Frage vor, ob er woraufdie Mehrheit antrug sogleich gegen den Feind vorrücken, oderaber, was Parme'nio geeigneter fand, für den Augenblick an Ortund Stelle ein Lager beziehen, die ganze Umgegend, ob sich nichtirgendwo etwas Verdächtiges oder Hinderliches, oder wohl gar ver-deckte Gräben und eingerammte spitzige Pfähle? vorfänden, aus-kundschaften, und die feindliche Stellung genauer beaugenscheinigensolle. Parmenio drang mit seinem Vorschläge durch, und man lagertesich in der Ordnung, wie man in den Kampf ziehen wollte. Alexanderaber machte an der Spitze der Leichtbewaffneten und seiner berittenenGefolgsleute die Runde und durchspähte die ganze Gegend, wo erden Kampf bestehen sollte. Nach seiner Rückkehr versammelte er die-selben Anführer noch einmal um sich und erklärte ihnen, für sie be-dürfe es von seiner Seite zwar keiner Anfeuerung zum Kampfe, dennsie seien durch ihren eigenen Mut und die bereits vielfach von ihnengegebenen Beweise ihrer Tapferkeit längst schon hierzu angeseuert.Dagegen wünsche er, daß jeder von ihnen seine Untergebenen, derRottenanführer seine Rotte, der Inhaber einer Reiterschar seine Reiter,der Inhaber eines Schlachthaufens zu Fuß seinen Schlachthaufen,und der Oberanführer des Fußvolkes die ihm anvertraute Hceres-abteilung anfeuerc und darauf Hinweise, daß sie in dieser Schlachtnicht, wie früher um Hohlsyrien oder Phönikien, noch auch um Ägyp-ten, sondern um ganz Asien kämpfen werden: wer über dieses herr-schen solle, das werde jetzt zur Entscheidung kommen. Indessen seies nicht nötig, sie mit vielen Worten zur Tapferkeit aufzumuntern,da sie ja den Antrieb dazu von Hause aus mit sich bringen, sondernvielmehr dazu, daß jeder in seinem Teile sich der Ordnung im Kampfe