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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
217
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Er freien Abzug mir gewährt für Alle

Drin außer mir. Doch muß er sich entscheiden

Im Augenblick. Bedenkzeit weigr' ich ihm.

Geht er drauf ein, so laß das Thor ihm öffnen

Ich will nicht lange ihr Gefangner sein.

(Philipp ab.)

Marie, jetzt angehör' ich Dir, mein Kind!

O weine nicht, beklage nicht mein Loos.

Wir schulden dieses Leben jenen Zwecken,

In deren Werkstatt die Geschlechter nurDie Arbeiter, die hingegebnen, sind.

Ich Hab' gethan, was ich gekonnt, und fühleMich frei und leicht, wie einer, welcher redlichHat abgetragen große Schuld. ZurückAns meines Lebens Laufbahn fällt mein Blick,

Er fühlt sich frei von Selbstsucht der Gesinnung.

Mein Name lebt im Angedenken fort,

Und späte Sänger stellen mich zu Jenen,

Die für der Menschheit Edelstes gekämpft

So sterb' ich gern und darum - klage nicht.Marie, (ihn umschlingend.)

Vater, ich lass' Euch nicht! Ich kann ihn nichtErtragen, den Gedanken Euch zu lassen.

Franz.

Dein änßres Glück in Trümmern lass' ich es.

Doch nie aus Aeußrcs war Dein Sinn gerichtet.

Dein Erbtheil bleibt mein Name trag' ihn würdig,Ich weiß, Du wirst es. Eines nur bedrückt mich

Und macht den Tod mir schwer-

O könnt' ich ihn noch einmal vor mir sehn!

Ans meines Ulrichs edlen Zügen sangenLetzte Befriedigung!

(Marie schluchzt heftig.)