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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
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Ein Glaube eint die Völker meines Reichs,

Die Zunge, Recht und Sitte mächtig trennt,

Des Universums Herrschaft kann nur Abbild seinDer Einen Kirche, die in Christi StatthalterIn ihren Demantknauf sich faßt. Ein Papst,

Ein Kaiser! Beide, selbst wenn kämpfend, dennoch

Sich gegenseitig so bedingend

Wie Seel' und Leib! Die röm'sche Kaiserkrone,

Was ist sie ohne ihn? Zum LandesfürstenthumWar' sie mit seinem Sturz herabgesnnken.

Znjauchze, sagt Ihr, Deutschland dieser Lehre,

Doch bin ich Deutschlands Kaiser nicht allein.

Und glaubt Ihr, daß ihr nüchterner Gedanke,

Der uns des Übersinnlichen iebend'geVerkörp'rnng raubt, auch Spaniens, auch NeapelsVölker jemals ergreifen wird? Soll ich

Mit eigner Hand den Einheitsreif zertrümmernDer sich um diese meine Reiche zieht,

Und meines Südens priesterglänb'ge Seelen,

Die Erblandc, vielleicht in Haß nur wenden?Gefährden was schon mein und selbst anfgebenDie stolze Tradition der Weltherrschaft,

Die sich an diese Kaiserkrone knüpft?

Franz, (warm.)

O sucht nicht auf der Freiheit, aus des GeistesKosten die Größe nicht, die sicher Euch entflieht.

Der Baumeister, der in dem MenschengeistDome errichten will, muß ans dem GeistHeraus sie bau'n, wenn er nicht Knaben gleicht,

Die in den Sand für Augenblickes DauerFiguren ziehn! All' diese WiükürslinienVerwischt, löscht ans die erste Völkerwelle,

Die über Eure Träume sich ergießt.