Druckschrift 
Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

50

Richard.

Ich bitt' Euch! 's ist um Anfang!Der Ritter, sag' ich Euch, fragt uns noch AlleDereinst, wie theuer unsre Knrhüt' sind!

Ludwig.

Ihr haßt ihn, weil er römisch nicht gesinnt,

Weil er den Luther stützt.

Richard, (auf Philipp deutend.)

Der Fürst hier ist

Ein Freund von Luther — doch darum nicht blind!

Auch Ihr seid's, Kurfürstlich Gnaden, nicht,

Wenn Ihr auch Eure Augen absichtlichZu schließen liebt. Erinnert Ihr Euch nichtWie Karl zu Aachen bei der KaiserkrönungZn seiner Rechten vor den Fürsten allenDen Ritter sitzen ließ?

(sie sprechen leise.)

Neuner, (zu Franz.)

Gar sehr gnädig

Nahm er die Bitte für den Kurfürst auf,

Und Euch zu Liebe hat er's zngesagt.

Soll ich dem Pfalzgraf nicht zu wissen thun.

Was er Euch dankt?

Frau;.

Nein! Thut das nicht. Es würdeSein Selbstgefühl verletzen. Gern erspar' ich's ihm.Schon kann die Abweisung ihn kränken, und —

(mit eine»: Blick auf die Fiirstengruppe.)

Ich sehe ohnehin wie röm'scher StachelIn kleiner Kränkung Wunde emsig wühlt.

Richard, (zu Ludwig.)

Sagt, was Ihr wollt! Wenn Euer Lehnsherr dort— Verzeiht, ich wollte Lehnsmann sagen. Seht,