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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
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Marie, (ihm mit Rührung die Hand reichend.)

Ja das ist wahr, Ihr seid ein treuer Diener.

Balthasar.

Hat sich was treu zu sein! 'ne rechte Kunst!

Ich müßt' mir selbst nicht treu sein, wenn ich's ihmNicht wäre! Seht, als man mich unterdrückte,

Der hcrrschbegier'ge Magistrat von Worms

Mich eigenmächtig anstrieb, widerrechtlich

Die Habe mir entriß und mich zum Bettler machte

Wer hat sich da denn meiner angenommen?

Ich schrie umsonst zu Kaiser und zu Reich!

Die große Stadt war mir zu übermächtig,

Der Kaiser brauchte sic, cs wollte Niemandlim meincthalb mit ibr sich Überwerfen.

Da wandt' ich mich in meiner höchsten Noch

An Huren Vater. - Traun, das ist ein Rechtsanwalt!

So einer lebt im ganzen Land nicht mehr!

Er nahm mich ans und pruste meinen Handellind als er klärlich sah, daß mir Gewalt geschehn,

Da sagt' er mir ganz einsach: Balthasar,

Kann's Schreibcrdienst nicht sein, sei's Reitersdienst!

Und wie nun sein Verwenden Worms verlachte,

Sich mir zu Rechtens nicht erbieten wollte,

Vielmehr im llebermnth mit AchtgesuchBei Kaiser und bei Reich ihm drohen thät,

Nahm er so ein zehntausend gute Gründe

Ich meine Pickelhauben, Fräulein zogDamit vor Worms, und gab sich Euch jetzt anEin Demonstriren und ein Distinguiren

Ja, Fräulein, der versteht's

Er distingnirte, daß die Mauern wichen!

Nicht Kaisers Zorn, nicht eigene Gefahr