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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
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Lebensgeschichte jenes Mannes, sowie der große in seinemtiefsten Wesen vielleicht noch lange nicht hinreichend ge-würdigte humanistische Kampf viel zu werthvoll in sich selbst,viel zu eng zusammenhängend mit der tragischen Idee desDramas, viel zu bedeutsam für den Geist und Conflietjener Zeit, um sie hier nicht in unverkürzter Gestalt stehenzu lassen.

Ein als Manuscript gedrucktes Exemplar der Bühnen-ausgabe ließ ich im Juli 1858 durch eineu Freund anonymder Intendantur des Kgl. Hostheaters hiersclbst überreichen.Es war mein Wunsch, das Stück, ehe ich cs dem Publikumim Druck übergab, anonym zur Aufführung gebracht zusehen, um ihm so eine ganz objeetive Aufnahme von Sei-ten der Nation zu sichern. Am 31. Jan. 1859 erfolgte end-lich die Ablehnung Seitens der Kgl. Intendantur, und ichbeeile mich daher nunmehr, nachdem jene Rücksicht fort-gefallen, das Literaturdrama als solches dem Publikum zuübergeben.

Es bleibt mir noch übrig, meinen Standpunkt und meineAbsichten bei Abfassung dieses Dramas kurz darzulegen. Undvielleicht kann ich dies kürzer, einfacher und naturwahrer,als in der reflectirten Form einer ausdrücklich für dieOeffentlichkcit geschriebenen Abhandlung möglich ist, dadurcherreichen, daß ich das betreffende Stück eines Brieses ber-sche, in welchem ich einem meiner Bekannten über dieMotive, die mich zu diesem Drama bestimmt hatten, Aus-kunft gab:-So kam es denn, daß ich mich da-

mals in meinen Mußestunden mit besonderer Vorliebe demStudium einer Zeit hingab, welche seit je der Gegen-stand spcciellerer Beschäftigung für mich gewesen war, einerZeit, in welcher Deutschland vielleicht den größten seinercnltnr-historischen Processe durchgekämpst hat, die Zeitder Reformation; eine Epoche der gewaltigsten nationalen