Druckschrift 
7 (1854) Die beiden Foscari. Werner
Entstehung
Seite
135
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Werner.

Wer sagt', ich sei ein Bettler?

Gabor.

Herr, ihr selbst;

Ihr seid Soldat im Friede», wie ihr sagtet.

Werner.

(Ihn argwöhnisch ansehend.)

Ihr kennt mich nicht?

Gabor.

Ich kenne keinen Menschen,Anch nicht einmal mich selbst: wie sollt' ich den,

Den ich bis jetzt erst eine halbe StundeGesehen habe, kennen?

Werner.

Dank' euch, Herr,

Für Freund' ist euer Anerbieten edel,

Und freundlich ist's für einen Unbekannten,

Obgleich kaum klug; doch dank' ich drum nicht minder.Ich bin ein Bettler, von Gewerb nur nicht;

Und bettl' ich jemals, soll's bei dem geschchn,

Der mir zuerst geboten, was nur WenigeDurch Flchn erlange». So verzeiht mir denn.

(Werner geht ab.)

Gabor.

(Allein.)

Ein braocr Bursch, wie's scheint, doch abgenutzt,

Wie brave Bursche meist, durch Leid, durch Lust,

Die vor der Zeit das Leben uns entreißen:

Kaum weiß ich, welches schneller; doch er sahWol bessere Tage schon; - wer hat dies nicht,

Der Gestern sah? Doch sich, hier naht der weiseVerwalter sich mit Wein. Des Weines halbMuß ich des Bechers Bringer schon erdulden.