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Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe
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politische wie kriegerische Tüchtigkeit unbrauchbar machenden Gelehrsamkeit,in weiche später auch die Griechen geriethcn, welche der praktisch kluge(prrulsiis) Römer bei dem jungen Cicero argwöhnte, wenn er ihn einenSchnlsimpel (sollolustieus) schimpfte, von welcher nach Tacitus die prak-tisch kluge Mutter (pruäsutis, umtris) den jungen Agricola abwandte,und von welcher selbst derjungfräuliche" Dichter Virgil seine Lands-leute bewahrt haben will, wenn er nach einer etwas geringschätzenden Be-merkung über der Griechen Liebe für plastische Kunst und speculativeNaturwissenschaft den bereits viel präcisirenden Römern zuruft:

Nu vöAsrs impsrio papulös, koruaus rusiusuto,blnsL tibi sruut urtss: puaisHUS iiupousrs ruareiu,kurosrs subiaotis at äsbsllars supsrbos.

Dies halte ich für den richtigen Sinn der gewohnten kurzen Aus-drucksweise des Thucydides:Wir lieben das Schöne mit Wohlfeilheitund forschen nach Wahrheit ohne Weichlichkeit." Die Orientalenhatten mitunter wahre Ideen von der Gottheit und zeigten auch Sinnfür das Schöne, namentlich in der Poesie; die Griechen gaben aber ihrenForschungen nach Wahrheit die dialectische (streng wissenschaftliche)Form, und ihre Kunstproductc bewahrten bei aller Idealität die Ein-fachheit. Das Wie der griech. Philosophie blieb daher für die Nach-welt ewiges Muster, nicht so ihr Inhalt. Das Verwerfliche davon ent-fernten die christlichen Kirchenväter, während die daraus folgende Scholastikdas aus dem Heidenthum Erträgliche und mit dem ChristenthumVerträgliche für letzteres nützlich zu machen strebte.

9) blpist. kiscmss 309.

9l>) Auch später wurde von einem namhaften Mitgliede der preuß.Landstände bemerkt: Es gebe jetzt ein sehr blühendes Gewerbe, welchessich bestrebe, jeden Menschen durch das Examen zu bringen, unddies verleite die jungen Leute, mehr an ihr Examen als an ihre solideund lebendige Ausbildung zu denken, und das Studiren verwandle sichin etwas, was man nur mit einem Studenten-Ausdrucke bezeichnen kann.Im günstigsten Falle gehe aus diesem Eintrichtern eine gewisse Fertigkeithervor, im Gegensatz zu soliden Kenntnissen und einem soliden Character."

10) Dies Princip hat Plato in Bezug auf den Unterricht der Ju-gend besonders in seiner Schrift vom Staate VII, 536ä oder Kap. 16 ff.

(7SS)