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Erklärer geteilter Ansicht sind, ob Plato damit nur die moralischeWeltordnung bezeichne oder die Gottheit selbst. In letzterem Fallewäre Plato Pantheist, was ich nicht annehmen kann, obwohl in jüngsterZeit die Mehrheit der Gelehrten dazu neigt, wie auch Zeller in seinerPhilosophie der Griechen rc. (II. Th-, erste Abth. von S. 591, dritteAust.) thut, welcher die verschiedenen Ansichten hierüber mit bekanntemFleiße anführt.
lieber die stufenweise sich zum Götttlichen und zu Gott erhebendeLiebe des Plato gibt ein tiefer Gedanke Franz v. Baader's eine er-läuternde Erklärung, wenn er sagt: „Jede Liebe verdient den Nameneiner echten und wahren nur dann, wenn sic sich als die Liebenden er-hebend, befreiend und beseligend bezeugt." — Platonisch lautet auch des-selben originelle Bemerkung: „Da Gott die Liebe ist, so sind die lieben-den Geschöpfe gleichsam nur die sichtbaren Diener, Priester und Agenteneines höheren Eros, der mitten und unsichtbar unter ihnen sich kundgibt. Mit Recht könnte man also sagen, daß die Liebenden weniger sichwechselseitig selbst liebten als vielmehr, daß ein höheres Wesen sich inund durch sie selbst liebte, welches sich nur darum gleichsam in den ein-zelnen Liebenden zerlegt und trennt, um so sich selbst berühren, finden undempfinden zu können, und die gemeine Vorstellung der Liebe wäre somitirrig, nach welcher in derselben nur ein bloßer Tausch der Selbsthcitzwischen den Liebenden stattfinden, und der Liebende wie der Geliebtewechselseitig aus sich und in den Andern hineingehen soll, indem ja aufsolche Weise diese Liebenden nur Bande ihres eigenen Seins sich ver-tauschten, aber nicht beide, wie die Thatsache zeigt, aus ihnen selbst in einefreiere, gleichsam himmlische Existenz erhoben werden konnten, welches nurdurch ihr beiderseitiges Hervorgehobenwerden aus ihnen selbst unddurch ihr wechselseitiges Sichfinden und Schweben in einem dritten Höhe-ren Möglich ist." S. Lichtstrahlen aus Or. F. v. Baaders Werken,von Or. Franz Hoffmann, Erlangen 1868.
8) II, 40. — Wie jeder einzelne Mensch, so hat auch jedes Kultur-volk seinen eigenthümlichen geistigen Character. Wie sich der des israeli-tischen Volkes in dem Glauben an Jehovah und in der Heilsbedürftig-keit der menschlichen Seele ausspricht, so der des griechischen in der Liebezum einfachen, also wahrhaften Schönen (fern von allem orientalischenPrunk) und durch das Schöne auf dialektischem oder logischem Wege zurWahrheit, ebenso fern von orientalischen Phantasten wie von einer für
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