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Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe
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in folgender Unterredung zwischen Socratcs und Glaueo (nach meinerUebersetzung. Stuttg. 1857) ausgedrückt:

Rechenkunst, Geometrie und alle zur Vorbildung gehörigen Lehr-gegenstände, welche der Dialectik vorausgehen sollen, die muß man ihnenalso in ihrer Jugend vorlegen und dabei in der Methode des Unterrichtesnicht zum Zwange das Lernen machen."

Warum denn?"

Weil keinerlei wissenschaftliche Kcnntniß mit Sclavcnfurcht die edlefreie Seele erwerben soll; denn körperliche Anstrengungen, wenn siemit Zwang verrichtet werden, so machen sie den Körper um nichtsschlechter, aber in einer Seele ist keine mit Zwang beigebrachtc Kennt-niß von Dauer."

Ja wahr."

Nicht also mit Zwang, mein Bester, erziehe die jungen Leutein den erwähnten Gegenständen, sondern spielend, damit du auch eherim Stande bist, zu beobachten, für welchen Beruf ein jeder gebo-ren ist."

Auf dieses Princip kamen alle neueren Unterrichts-Reformatorenzurück. Vor I. I. Rousseau und Pestalozzi schon Wolfgang Ratke(Ratichius), geb. 1571, dessen Unterrichts-Reform auf Veranlassung desLandgrafen Ludwig von Hessen-Darmstadt von den damaligen GießenerProfessoren Helwig und Jung begutachtet und gebilligt wurde. Unterden 10 Artikeln, auf welchen Ratkc's Lehrkunst beruhte, lautete der inder damaligen Ausdrucksweise siebenteAlles ohne Zwang":

s.) Man soll die Jugend nicht schlagen zum Lernen.

b) Der Lehrjünger muß sich nicht vor dem Lehrmeister entsetzen,sondern ihn lieben und ehren.

o) Nichts soll (bloß mechanisch) auswendig gelernt werden.

cl) Täglich soll man einige Stunden zur Ergötzung und Kurzweilgeben.

o) Der Lehrmeister soll nichts wiederfordern, bis er gewiß schließenkann, der Lehrling habe es Wohl gefastet.

k) Man soll nicht zwei Stunden hinter einander Schule halten."

Auch in der ersten poetischen Culiurzeit des deutschen Volkes hatten

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