Anmerkungen.
1) Da das griech. Wort Eros von dem deutschen Liebe sowohlan Geschlecht wie Bedeutung verschieden ist, so wird in dieser Abhandlungmeist da, wo dieser Unterschied bedeutend ist, cs beibehalten. Ist dieAbleitung von der Wurzel nr (rennen) richtig, so entspricht es mehr demdeutschen Worte Trieb und dem lat. oupiclo, während Liebe, nach denEtymologen mit Glauben und Lob verwandt, der Wurzel gemäß nureine Neigung oder ein Begehren ausdrückt. S. Pauly's Real-Enc.unter amor, 2. Aust. 1864, und Weigand's deutsches Wörterbuch, sowieGrundzüge der griech. Etym. von G. Curtius, S. 114, 2. Aust.
2) In der Hymne: Der Triumph der Liebe.
3) Dem Prometheus-Sarkophag nach zu schließen, über welchen unsneulich Or. R. Schoner in der Augsb. Allg. Zeitg. in Nr. 87 des I.1876 einen interessanten Bericht gab, folgten solche Künstler bei Dar-stellung des Eros philosophischen Ideen. „Am genannten Sarkophag istmit 28 Figuren die Bildung des Menschen durch Prometheus im Bei-sein der oberen und unteren Götter dargestellt. Darunter auch Amor,der den rechten Fuß auf die Brust des zu weckenden Menschen setzt unddie lebenbringende Fackel seinem Haupte zuneigt. Seltsamer und tief-sinniger Weise ist es der Genius der Liebe, dem der Künstler diese Auf-gabe zugewiesen hat. Welch herrlicher Gedanke, denjenigen, der, so langeMenschen sind, allein das göttliche Lebensfeuer in den Herzen zu erweckenvermag, auch zum Erwecker des ersten Menschenlebens zu machen! —Und welcher tröstliche Gedanke für den Erweckten, daß die Liebe es ge-gewesen, die ihm den Odem gegeben hat, und daß die Liebe auch seineBegleiterin im Leben sein wird. Denn auch dieser Gedanke scheint mir,(und zwar in einer Weise, deren philosophische Tiefe man bewundern
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