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Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe
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muß) in den andern zu dieser Gruppe gehörigen Figuren ausgesprochenzu sein."

4) Os rsrum natura I, 20.

5) Ueber Ursache und Absicht des hier dem Aristophanes angedichteten

Schluckens hat die gelehrte Welt der alten wie der neuen Zeit sich viel-fach den Kopf zerbrochen. Herr Prof. vr. G. F-Re ttig zu Bern, meinfreundlicher ehemaliger Studiengenosse, der sich um Plato's Schriftenüberhaupt, besonders aber um dessen Symposion, verdient gemacht hat,bezieht in einem seiner Programme über die Rede des Aristophanes dieWorte Om auf die von demselben S. 176 b eingestandene

Uebernahme des Weines in dem gestrigen großen Festmahle des Agatho. »

Ich kann hierin dem Scharfsinn des verehrten Freundes nicht folgen. Ich M

glaube, daß Plato mit jenen Worten einfach einmal andeuten wollte, daß U

der Witzbold, welcher gerne die Splitter in den Augen andrer entdeckte, M

neben der Liebe zu Poesie und Weib auch kein schlechter Esser war; I

zweitens brachte Plato wohl durch diese Fiction eine angenehme Va-riation in das Referat der etwas langen Reihe dieser Reden und machtezugleich durch den unfreiwilligen Aufschub der frag!. Rede die Gesellschaftnoch gespannter. Auch pflegt die dramatisch spannende DarstellungPlato's bei Vorbringung paradoxer Ansichten aus socratische Weise etwaszögernd zu verfahren, wie z. B. bei der Weibergcmeinschaft in der Po-litie. Unsere verschiedene Auffassung dieser Stelle hängt übrigens zu-sammen mit jener der ganzen Rede. Mein verehrter Freund sieht ineiner andren gelehrten Abhandlung, in dem Berner Festprogrammzum vierten hundertjähr. Jubiläum der Baseler Universität im I. 1860,

in der Rede des Aristophanes die scoptische Widerlegung der dreivorhergehenden Redner über die Liebe, wie in der des Socrates die desAgatho. Aber so gelehrt und scharfsinnig diese Ansicht hier verfochtenwird, so konnte ich nach bereits erfolgter Niederschreibung meiner An-sicht mich von dieser angeblichen platonischen Verherrlichung des Todfeindes desSocrates bis jetzt nicht überzeugen. Daß dieser in unserem Gast-mahle nur die letzte Rede, die des Agatho kritisirt, erkläre ich mir da- 'durch, daß die sich für ein Muster ausgebende Rede desselben die Ansichtjeder vorhergehenden mehr oder minderumfaßt, bzw. benutzt, und daß Socratessie alle als unwahr erklärt hat, wenn er als Bedingung seiner Rede !sich vorbehält, daß er wahr reden dürfe.Wenn er jede Ansicht allerVorredner hätte kritisiren wollen, so wäre das ebenso langweilig oder un-

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