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sooratioao, d. h. neben Xenophon in erster Linie Plato, dennvon Cicero wissen wir, daß Socrates selbst keinen Buchstabenseiner Lehre hinterlassen hat. — Aber nicht blos zum kuri wecktund fördert der platonische Stil und Gedankenkreis. Herr Prof.Dr. v. Stein hat uns neulich in seinen sieben Büchern der Ge-schichte des Platonismus (Gott. 1864) wieder in lebhafte Er-innerung gebracht, daß Plato's Gedanken, bzw. seine Liebe zu demSchönen, nicht nur auf alle wissenschaftlichen Systeme deralten wie der neuen Zeit sondern auch auf die Koryphäen derPoesie und Kunst (wie Ariost, Shakespeare, Racine, Dürer,Raphael, Beethoven rc.) entschiedenen Einfluß hatten, und daßsie, was noch mehr ist und in unsren Tagen auch beachtenswertherscheint, allein vor andren Philosophemen nicht nur Vorläuferder Religion der Liebe in Europa, sondern auch seweilig Dol-metscher, Vertheidiger und Förderer derselben waren. Aber vonreinen, auf die Theorie des Eros sich stützenden pädagogischenGrundsätzen hat in Deutschland wenig verlautet, mehr und fastallein in Holland in Folge der Schule van Heusde's. InDeutchlaud hat man in den letzten fünf Decennien für gut be-funden, in den Mittel- wie in den Hochschulen statt des plato-nischen Dämos Eros einen andren, weniger besungenen Dä-mon als Sporn zum Studiren eiuzuführen, das Examen. Ob-wohl unsre Schulen nicht nur an Lehrmitteln, Lehrgegenständenund Besoldungen der Lehrer sondern auch (Dank dem Kriegs-gotte Mars, nicht der Minerva) an Bevölkerung unvergleich-lich reicher als in früherer Zeit, ja, was noch vor zehn Jahren un-möglich schien, das Schoßkind der Zeitströmung geworden sind:so weisen doch berechtigte Stimmen außer wie in dem Schul-kreise ziemlich laut darauf hin, daß in unsren Gelehrten-Schulentrotz alles eifrigen Treibens die Bedeutung, ich will nicht sagen
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