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Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe
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Plato hat in seiner Eros-Theorie nur die im Lande derMusen und des Apollo zerstreuten Strahlen in einen Brenn-punkt zusammengefaßt. Jehovah erschien den Griechen nichtunter Blitz und Donner, sondern in Gestalt der sichtbaren undunsichtbaren Schönheit, in Kunst und Wissenschaft. Daherzeichnet Thucydides treffend ihren Character mit den zwei Worten:zier' xcri «oeü zitt/.tt-

x/ttL,-. 2) Da die Weisheit unsrer Vorfahren die unnachahmlichenGeisteserzeugnisse einesglücklicheren Menscheualters" ans demschönen Fabellande" des Eros als ein Hauptmittel zur Jugend-bildung sanctionirt hat, und da in unseremAbendlande die denentheiligten Altären entrissenen letzten Opferbräude" so wie nurirgendwo fort und fort eifrigst gepflegt werden: so sollte es unseigentlich leicht werden, den Begriff des platonischen Eros nichtnur zu fassen, sondern auch in unseren Jugend-Lehranstaltenmöglichst geistig zu verwenden, was um so leichter scheint, dadie Religion unserer Bibel ja auch die Religion der Liebe ist;aber leider wird uns dies in unserer modernen oder vielmehr ge-alterten Welt schwer, aus mancherlei Gründen, von welchen wirnur einige berühren können.

Dahin gehört erstlich das allgemeine Schicksal der späterenMenschengeschlechter, daß sie viel weniger mit Liebe lernenkönnen, da sie das im Laufe der Zeit sich anhäufende Wissen(scibils) sich erst vor eigenen Forschungen aneigneu müssen,und solches im Schweiße des Angesichtes errungene Wissen blähtmehr auf als es himmelan hebt, und verschüttet nicht selten denlebendigen Quell der Liebe zum Wissen. Wir können höchstensbei Dichtern begreifen, wie die Liebe zu einem schönen Gegen-stand zu unsterblichen Erzeugnissen des Geistes sie führen konnte.Die Wissenschaft ist gar wenigeneine himmlische Göttin".

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