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Lauter Beifall folgt natürlich dem Vortrage des liebens-würdigen Wirthes von allen seinen Gästen. Der ironische undskeptische Socrates macht selbstverständlich keine Ausnahme; wieschon nach dem Vortrage des Aristoptzaues, so äußert er hierwiederholt, daß nach so wundervollen Lobreden auf Eros er sehrzweifeln müsse, noch etwas Hörbares über dies Thema Vorbrin-gen zu können. Bald darauf macht er aber von dem sonst nurgegen die Sophisten angewendeten Verfahren Gebranch, derenLehren er mit der Lauge seiner Ironie und Dialectik vernichtete,ohne selbst etwelche Behauptungen aufzustelleu. Und so stellt erauch mit unserem „Schönredner" nach den unbarmherzigen Ge-setzen der Logik ein Examen über dessen phrasenhafte Lobredean, daß sener alle seine prunkenden Behauptungen, namentlichdie, daß Eros ein Gott sei, zurücknehmen muß. — Hiernach istdieser weder schön noch gut, da das wahre Schöne auch gut ist,er ist vielmehr der Schönheit und Güte bedürftig und kanndemnach auch diese Gaben nicht verleihen. Der höfliche Wirthwill dem Gaste nicht weiter widersprechen, aber dieser entläßtendlich jenen mit dem treffenden Worte: der Wahrheit kannstdu nicht widersprechen, dem Socrates dürftest du es wohl! —Weil Socrates beim Kommen zum Gastmahle lange nach-denkeud auf dem Wege an einer Stelle stehen geblieben war,was er oft that, so hatte er den letzten Platz eingenommen. Aufdiese letzte Lobrede nun waren alle Gäste gespannt, denn hiergalt wenn irgendwo: last not Isast. Nur zaudernd und mitironischer Bescheidenheit hatte er sich nach solchen Prachtredendazu verstanden und mit dem ausdrücklichen Vorbehalte, daßer nur wahr reden dürfe, mit welchem Worte aber alle jeneRedeproben als unwahr verurtheilt waren. Nachdem er vondieser eben so rücksichtslosen wie unerschütterlichen Wahrheitsliebe
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