der seinigen vorausgehen, die mit Ausnahme jenes von Aristo-phanes nur als Variationen über die vorhin erwähnten zweiallgemeinen mythischen Anschauungen über den Eros erschei-nen. Nach dem Vortrage des Socrates kommt noch ein siebenter,der des erst spät von einem andern Festgelage in seliger Wein-laune in diese Gesellschaft eingefallenen Alcibiades; da dieseraber mehr als eine mit eben so viel Humor wie Wahrhaftigkeitvorgetragene specielle Apologie des Socrates gegen den Verdachtder verrufenen Päderastie als ein Beitrag zur Darstellung derplatonischen Liebe des Schönen erscheint, so werden wir der Kürzewegen hier ihn weniger berücksichtigen.
Ehe wir die einzelen Redner auftreten lassen, sei nur bei-läufig hier bemerkt, daß das Ga st mahl zu den sog. dLege-rn a tischen oder erzählenden Dialogen Plato's gehört. Er läßtnämlich hier die dort gehaltenen Unterredungen einer heiterenGesellschaft durch einen gewissen Apollodorus erzählen, unddieser hat sie erzählt bekommen von einem Augenzeugen, NamensAristodemus. Diese uns etwas zu umständlich scheinende dra-matische Zurüstung hatte in den Augen der für epische Dar-stellung von jeher eingenommenen Griechen einen besonderenReiz von ebenso viel Lebendigkeit wie Wahrhaftigkeit, da beideErzähler als überaus warme Anhänger des Socrates geschildertwerden, und der erstere zudem uns versichert, daß er das Ge-hörte von jenem selbst sich habe bestätigen und vervollständigenlassen.
Der erste der Lobredner auf Eros nun ist von Kap. 6Phädrus, von welchem der gleichnamige (auch über das Schönehandelnde) Dialog den Namen hat, und welcher der Urheber desVorschlages zu dieser Unterhaltung ist, da er die kahle Rhetoriknach dem Stile des Lysias eifrigst studirt hat und ein Meister