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Socrates von sich sagt, er verstehe nichts als die Wissenschaftvon der Liebe (r« e(icor,x«).
III.
Die Liebe zum Schönen in diesem hier vorläufig angedeu-teten Sinne stellt nun Plato auch in schönster Weise dar.
Der durch unsern Wieland bekannte tragische DichterAgatho hatte nach einem Siege in dem zu Athen am Feste des> Culturgottes Dionysus üblichen poetischen Wettkampfe der Sittegemäß ein großes und geräuschvolles Freudenfest gehalten, denTag nachher aber hielt er mit wenigen näher stehenden Freun-den das hier in Rede stehende gemüthlichere Gastmahl. Diegewöhnliche griechische Tischsitte war, daß die Gäste erst nach^ beendigtem Essen und nach Entfernung der Frauen unter demj Vorsitze eines Präses sich zum Weintrinken wandten,
woher der Name Symposion, dabei mit Unterstützung voni 1 Flötenspielerinnen Tischlieder der Reihe nach sangen, deren Ge-genstand Wein und Liebe war, in schon edlerer Gesellschaftauch Liebe zum Vaterland, mitunter auch moralische Sprüche. und sonstige Anregung zu einem guten Leben. Dieser edle-ren Sitte gemäß wird denn nun auch von den besseren Tisch-genossen des heutigen Gastmahls, von welchen die meisten nochdie Folgen des gestrigen empfanden, gleich die Flötenspielerin1 verabschiedet und statt einer sinnlichen Unterhaltung durch. Wein, Weib und Sang eine philosophisch-oratorische,durch Vorträge der Reihe nach über den angeblich von den Lob-rednern vernachlässigten Liebesgott Eros vorgeschlagen. EhePlato wie gewöhnlich aus dem Munde des Socrates seine An-sicht kund gibt, läßt er fünf andre Vorträge nach den verschie-- ! denen Vorstellungen der damaligen Durchschnittsbildung als Folie
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