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Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe
Entstehung
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liebe, die in der Schöpfung fortwährende Gottesstimme „Werde"und hiermit die den Geschlechtern aller Wesen mögliche Unsterb-lichkeit; der Mensch hat zwar die mit diesem Triebe verbundeneLust an dem Schönen mit den edleren Thieren gemein, aber beiihm bleibt es nicht, um den Ausdruck einer modernen Wissen-schaft zu gebrauchen, bei der physischen „Zuchtwahl", sondern ander Hand der Liebe zur körperlichen und überhaupt sinnlich wahr-nehmbaren Schönheit wird er geleitet und gehoben zu dem Schö-nen des großen Reiches des nur geistig wahrnehmbaren Schönenund Guten (beides kann der Grieche mit bezeichnen) in

Kunst und Wissenschaft, in Moral und Staatsverfassung, ja zumSchauen der Schönheit aller Schönheiten oder, modern ausge-drückt, des Absoluten, aber nicht bloß zum Schauen sondern auchzur Zeugung unsterblicher Kinder in diesem unsichtbaren Gottes-reiche. — Also gibt es bei Plato keine so große Kluft zwischenSinnlichem und Uebersinulichem, wie man gewöhnlich meint.Doch davon nachher bei der Rede des Socrates Ausführlicheres.Es werde hier nur die Bemerkung gestattet, wie es gar keinegeringe Kunst war, die stark sinnlichen Griechen auf eine ebenso natürliche wie freundliche Weise, um hier wieder mit denWorten des Apostels zu reden, aus dem Gebiete des Fleischesin das des Geistes überzuführen. Das war auch eine „Men-schenfischerei", ohne welche die des späteren Christenthums hierkaum möglich gewesen wäre. Es war die Kunst, wie es imPhädrus bildlich heißt, dem Menschen im Exile des Erdenlebensdie verlorenen Fittige wieder wachsen zu lassen, um wieder zuhöheren Anschauungen und einem seligeren Leben zu gelangen,welches er ehedem im Chore der Götter genossen. — Hiernachwird es nun nicht mehr auffallend sein, wenn in dem Gastmahle