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Technische Probleme aus Kunst und Handwerk der Alten
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Gegenstände von höchster technischer Vollendung. Allerdings klingtmanches in den Berichten der Alten auch hier sehr fabelhaft;besonders hat man eine Notiz immer sehr bezweifelt, obgleichsich dieselbe bei mehreren alten Schriftstellern findet. Zur Zeitdes Liberias, heißt es, hätte ein Künstler biegsames Glas erfun-den; zur Probe habe er in Gegenwart des Kaisers ein solchesGlas mit aller Gewalt auf den Boden geschleudert, ohne daß eszerbrach: nur einige Beulen hätte es bekommen, die der Künst-ler mit einem Hämmerchen wieder ausgebefsert, wie bei einemehernen Gefäß. Liberins aber habe, damit durch eine solche Er-findung nicht alles Gold und Silber entwerthet würde, denMann tödten lassen, und damit sei die Erfindung, da niemandanders um das Geheimniß wußte, mit ihm zu Grunde gegan-gen"). Diese Geschichte ist von jeher entweder als Fabel ver-worfen worden, oder man hat das angebliche Glas des römischenKünstlers bald für Email, bald für geschmolzenes Chlorsilber,bald für Aluminium erklärt. Allein wenn man auch die Tödtungdes Erfinders und den albernen Grund dafür als Märchen wirdbetrachten dürfen, die Sache selbst darf man wohl nicht soohne weiteres in's Fabelreich verweisen; die Erfindung desHartglases in neuster Zeit hat gezeigt, welch' ungeahnter Ver-besserungen die Glastechnik noch fähig ist").

Auch die Weberei der Alten bildet ein der Lösung werthesProblem, auf welches Semper aufmerksam gemacht hat: dieFabrikation der Goldbrocate. Während man heute zur Gold-wirkerei starke, mit dünngezogenem, vergoldetem Silberdraht um-sponnene Seidenfäden nimmt, bediente man sich im Alterthumund im Mittelalter, das die Technik noch kannte, glatter undbiegsamer, nur auf der einen Seite vergoldeter Streifchen einerzarten vegetabilischen Substanz. Der Vortheil der letzteren ist

(sss)