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Es ist für uns trotz mancher Reconstructionsversuche in Abbil- ldüngen oder verkleinerten Nachbildungen, geradezu unmöglich,uns eine Vorstellung des ästhetischen Eindrucks zu machen, wel-chen diese kolossalen Prachtschöpfungen hervorgebracht haben. Fürunfern Geschmack liegt in der Verbindung des weißen Elfenbeinsmit dem gelben Golde, in der Buntheit der Zierraten, eheretwas Abstoßendes; wir können uns — wenigstens vorläufig nochnicht — davon losreißen, jede solche Verbindung des Plastischen imit dem Malerischen zu perhorresciren. Indessen ist es nichtbloß das ästhetische Problem, welches bei der chryselephantinenKunst uns interessirt, sondern es ist auch ein technisches damitverbunden. Zwar hat die Technik dieser merkwürdigen Kunst- ^werke für uns noch manches räthselhafte ^°); namentlich mußuns wunderbar erscheinen, wie es den Alten gelang, die einzelnenElfenbeinplatten, welche größere Flächen, wie z. B. die Brust ^des Gottes bildeten, so zusammenzufügen, daß die Fugen voll-ständig unbemerkt blieben und auch Temperatur- oder Witte-rungseinslüsse nachträglich keine Veränderungen hervorriefen.Denn wenn wir auch von einer Reparatur des olympischen Zeus ;durch Damophon hören, so prangte die Statue doch zu Pau-sanias Zeit, nachdem beinahe 600 Jahre über sie hinweggezogenwaren, noch immer in ihrer alten Herrlichkeit. Was uns aber !
technologisch am meisten interessirt, das ist der zweifellose und !
mehrfach berichtete Umstand, daß die alten Künstler es verstan-den, das Elfenbein zu erweichen und so dehnbar zu machen, daßihm eine beliebige Form, wie man sie brauchte, damit sie demKern der chryselephantinen Figuren angepaßt würden, gegebenwerden konnte. Es soll dies eine Erfindung des Demokrit ge-wesen sein; das Erweichen selbst, womit eigene Arbeiter beschäf-tigt waren, geschah nach der einen Nachricht durch Feuer, nach
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