Nachrichten hätten. Mag man es auch für rhetorischen Ausputzhalten, wenn der Rhetor Kallistratus, von welchem wir phrasen-hafte Beschreibungen von Statuen erhalten haben, häufig ein-zelne Theile der Kleidung oder des Körpers ausdrücklich als rothbezeichnet 2 2); es mag ebenfalls rhetorischer Schmuck sein, wennHimerius bei der ehernen Athene Lemnia des Phidias von ge-rötheten Wangen spricht— aber wenn ausdrücklich berichtetwird, Silanion habe bei der Darstellung der sterbenden Jokastedem Gesicht Silber beigemischt, um die Todtenblasse des Antlitzeswiederzugeben, und Aristonidas habe, um schamrothe Wangendarzustellen, beim Guß des Athamas Kupfer mit Eisen ver-mischt 2 °), so wird man zwar bei letzterer Nachricht seine gerech- 1ten Bedenken nicht unterdrücken können, da Eisen sich mitKupfer nicht mischt 21 ), aber doch zugeben müssen, daß die Mög-lichkeit, beim Guß einzelnen Theilen einer Statue eine andereFärbung zu geben, von den Alten auf Grund vorliegender Bei-spiele nicht bezweifelt wurde, und irgend ein technisches Ver-fahren, wodurch solche (ästhetisch freilich sehr bedenkliche) Farben-effekte erzielt werden konnten, bekannt war. Denn mit derAusflucht, es seien an jenen Statuen die Köpfe nur besondersin jener andern Mischung gegossen worden 22 ), ist nicht gedient:dann hätte der ganze Kopf mit Stirn, Haaren u. s. w., abernicht bloß die Wangen, die abweichende Färbung erhalten. Hierliegt also entschieden ein uns fremder Kunstgriff vor.
Eine mehr ökonomische als technische Frage, die ich beidieser Gelegenheit berühren will, ist die erstaunliche Billigkeitder antiken Broncestatuen. Als die Bewohner von Oreum, er-schöpft durch den Krieg gegen Philippus, ein Talent (4715 Mark),das sie dem Demosthenes schuldeten, nicht bezahlen konnten,baten sie diesen, ihnen die Schuld zu erlassen: sie wollten ihm