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Technische Probleme aus Kunst und Handwerk der Alten
Entstehung
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Nicht minder eigenthümlich ist ein anderes Verfahren, welchesuns von den alten Bildhauern berichtet wird, die sogen. Kausisoder Ganosis. Es steht nämlich zweifellos fest, daß die altenBildhauer, nachdem sie die fertige Statue mit Bimstein polirt(ein Glattschleifen fand erst in spätrömischer Zeit und auch danur selten statt), denselben noch mit einer Art von Wachsfirnißüberzogen. Das Verfahren, welches man dabei einschlug, wardasselbe, mit welchem man Wände, auf die mit Zinnober ?ge-malt war, zurichtete, damit der Zinnober nicht durch chemischeZersetzung litte. Man nahm nämlich punisches (weißes) Wachs,zerließ es, mit etwas Oel vermischt, am Feuer und strich es miteinem Pinsel auf den Marmor, dann nahm man ein mit glü-henden Kohlen gefülltes eisernes Gefäß und hielt es gegen denMarmor, um den aufgetrageuen Wachsfirniß durch Erwärmungso lange schwitzen zu lassen, bis alles gleichförmig sich vertheilthatte. Schließlich wurde der Marmor mit leinenen Lappen undWachskerzen abgerieben. °) Es ist manches unklar in dieser Be-schreibung; aber soviel geht daraus und aus der ausdrücklichenErklärung, daß man mit nackten Marmorstatuen so verfahre,hervor, daß man dadurch dem Marmor etwas an seiner blenden-den Weiße nehmen, und jene eigenthümliche Oberfläche Herstellenwollte, welche man wegen der Aehnlichkeit mit der Textur der mensch-lichen Haut als dieEpidermis" der Statuen zu bezeichnen pflegt.Canova hat einmal versucht, nach dem Vorgänge der Altendurch Einreiben einer aus Wachs und Seife bereiteten Salbe denMarmor weicher und milder im Ton zu machen, aber die ein-geriebenen Stoffe zersetzten sich und wechselten die Farbe. §) Auchhier würde es sich gar wohl lohnen, die Versuche, wenn auch aufandere Art, wieder aufzuuehmen. ?)

Was die eigentliche Technik des Bildhauers anlaugt, so

(SIS,