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Technische Probleme aus Kunst und Handwerk der Alten
Entstehung
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Maße, wie Viele anfangs, als die Frage auf das lebhafteste dis-cutirt wurde, glauben mochten. Wie bei der Architektur bliebenauch bei der Plastik die großen Flächen des Nackten und der Ge-wandung unbemalt, nur die Säume der Gewänder, Waffen,Schmucksachen, Haare u. dgl. wurden mit Farben bezeichnet, hierund da wohl auch die Augensterne gemalt, wenn mau diese nichtdurch Edelsteine wiedergab. Dres geschah nicht bloß in den Wer-ken der älteren Kunst; es ist die ganze klassische Zeit hindurchüblich gewesen vielleicht nicht allgemein, aber doch ganz ge-wöhnlich. Hingegen darf man nie an fleischfarbene Bema-lung des Nackten denken; auch gänzliche Uebermalung der Ge-wänder scheint zu den Seltenheiten gehört zu haben. Die Nicht-Beachtung dieses Prinzips war jedenfalls das Verfehlte an demVersuch, die polychrome Sculptur wieder in's Leben zu rufen,welcher von dem englischen Bildhauer Gibson gemacht wurdeund als gänzlich verunglückt und unserm Geschmack zuwider be-zeichnet wurde: Gibson begnügte sich nicht damit, Gewandsäumezu bemalen, sondern er färbte auch einzelne Gestchtstheile. Ueber-haupt darf man nicht vergessen, daß die Alten jedenfalls bei derPolychromie ihrer Statuen nicht die lebhaftesten Farben wählten,sondern gedämpfte Farbentöne, welche vom Marmor nicht gar zugrell abstachen4). Es ist freilich überhaupt fraglich, ob eine der-artige Vermischung des Malerischen mit dem Plastischen unsermGeschmack überhaupt zusagt, aber daß die Griechen, die Schöpferjener idealen Gestalten, die heute noch das unerreichte Vorbildaller plastischen Kunst sind, diese Vermischung nicht verschmähthaben, daß ihr aesthetisches Gefühl dies gern und willig ertrug,darf uns wohl über die Richtigkeit unsres Geschmacks stutzigmachen, und daher kann auch diese Frage gar wohl als ein Pro-blem bezeichnet werden,cs«)