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Bauwerken als an den bezeichneten ähnliche Thatsachen zu Tagekommen werden. Auch diese Frage hat ihre praktischen Gesichts-punkte für die moderne Baukunst. Nicht mit Unrecht weist Böt-ticher darauf hin, daß noch niemand an der Säulenporticus desBerliner alten Museums oder an der noch längeren des neuenMuseums, wo die Erbauer nicht im Entferntesten an Curven ge-dacht haben, eine solche angebliche Veränderung der Horizonta-talen zur Curve gesehen hat; nicht mit Unrecht hat man auchdarauf aufmerksam gemacht, daß Abweichungen von der Ho-rizontalen, welche sich durch das Auge gar nicht, nur durch diegenauesten Messungen mit Diopter und Libelle Nachweisen lassen,unmöglich beabsichtigt sein können und daß gar ein solches Raf-finement der Technik, wie das von Ziller angenommene, ganzund gar undenkbar wäre. Jedenfalls gehört die Frage nach derCurvatur der Horizontalen zu den interessantesten Problemen,welche uns die alte Kunst stellt.
Die gleichen Bedenken, welche die Polychromie der altenBauwerke erregt, brachte man der Polychromie der antikenSculptur entgegen. Noch weniger als man bei der Baukunsteine Färbung annehmen wollte, mochte man glauben, daß dieherrlichen Göttergestalten der griechischen Kunst nicht in der tadel-losen Weiße des panschen Marmors erglänzt haben sollten; mankonnte es um so weniger, als man dabei an die oft so abscheu-lich bunten Heiligen- und Madonnenstatuen der mittelalterlichenKunst dachte, mit den schreienden Gewändern, der fleischfarbenenBemalung des Nackten, der widerlich realistischen Darstellung desBlutes u. s. w. Allein es unterliegt nach den vorhandenen Spurenan antiken Statuen wie nach den Nachrichten der alten Schrift-steller keinem Zweifel, daß eine Bemalung der Statuen im Alter-thum stattgefunden hat, wenn auch freilich nicht in dem ausgedehnten
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