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Messungen die Entdeckung gemacht hatte, daß die horizontalenLinien am Parthenon, Stylobat und Epistyl, nicht Gerade seien,sondern Curven beschrieben, wurde von H offer die Behauptungausgesprochen, daß diese Curven nicht zufällig entstandene, son-dern absichtlich konstruirte seien. Die Thatsache der Curvaturwurde durch die Messungen von Penrose bestätigt, auch amTheseion und am Tempel zu Paestum nachgewiesen. Die Sachemachte großes Aufsehen; man glaubte jene Erscheinung durch einoptisches Gesetz erklären zu können, wonach alle Horizontalen einesSäulenbaues sich dem Auge in der Mitte jeder Säulenreihescheinbar nach unten eingesenkt darstellen sollten; zur Curvaturdieses Sehfehlers habe man die Horizontalen vermieden und anihre Stelle die nach oben gekrümmten Curven gesetzt, die demAuge als wirkliche Horizontalen erschienen. Obgleich Bötti-cher, der bekannte Verfasser der „Tektonik der Hellenen", inseinen eigens zu diesem Behufs angestellten Untersuchungen jeneTheorie vollkommen verwarf, ging der Architekt Ziller, gleich-falls auf Grund eigener Untersuchungen, noch weiter, indem erbehauptete, jeder Stein der betreffenden horizontalen Gebälke seigewölbsteinartig zugeschnitten, und in jedem Steine liege dieCurvatur sowohl in den kehlförmig zugerichteten Stoßfugen, alsin den parallelen Horizontalkurven ausgeprägt. Während derArchitekt Thier sch die Frage von Seiten der Optik zu begrün-den versuchte, blieb Bötticher bei seiner alten Ansicht, daß jeneCurven, deren Vorhandensein nicht zu leugnen, wenn auchfreilich bis jetzt nur an jenen drei Bauwerken nachgewiesen ist,zufälligen Ursachen, wie Comprimirung des Untergrundes imLauf der Jahrtausende, gewaltsamen Erschütterungen u. dergl.zuzuschreiben seiend) So schwebt denn diese Frage noch; vor-nehmlich ist abzuwarten, ob auch noch an anderen griechischen
(SIS)