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Spur von Färbung. Indessen haben neuere Forschungen, vorallem genaueste Prüfung des Erhaltenen, diese und ähnliche Ver-muthungen bedeutend 'modificirt; der Goldton der hellenische«und unteritalischen Tempelruinen rührt entweder vom Einstußder Witterung auf den Marmor oder von einer Behandlung des-selben mit Wachsfirniß (worüber unten Näheres) her; andere an-gebliche Farbenspuren haben sich als durch zufällige Ursachenentstanden oder auch als gar nicht vorhanden herausgestellt.Aber trotzdem ist es unzweifelhaft und hinlänglich nachgewieseu,daß wenn auch der antike Tempel im großen und ganzen weißwar, er doch in den kleineren Baugliedern, in den Capitälen derSäulen, dem Triglyphenfries, dem Giebel u. s. w. in mannich-fachen Farben, vornehmlich in Blau, Roth und Grün prangte.Es lag diesem System der Gedanke zu Grunde, daß die Ma-lerei nicht selbstständig hervortreten, sondern nur die untergeord-neten Bauglieder schärfer charakterisiren sollte, während die be-deutungsvolleren Theile die Naturfarbe des Steins behielten.So viel scheint ungefähr festzustehen; von dem Eindruck, den einderartig hergestelltes Bauwerk etwa machen muß, können wir unsnur nach farbigen Zeichnungen eine Vorstellung machen. Ich habedaher auch diese Frage als erstes unter die hier zu behandelndenProbleme ausgenommen; nicht als ob irgend eine technischeSchwierigkeit damit verbunden wäre, sondern weil in der Thatdie Sache auch für die Praxis von Bedeutung werden kann.
Wenn schon über diese Frage die Akten noch nicht völlig ge-schlossen sind, so ist das noch mehr der Fall mit einer andern, dieweniger als jene mit dem Stilistischen, dafür um so mehr mit demTechnischen der Architektur zusammenhängt: das ist die Frage nachder Curvatur der Horizontalen. Nachdem der englischeArchitekt Pennethorne im Jahre 1837 durch mikrometrische
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