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3 (1900) 1077 (Schluß) bis 1084
Entstehung
Seite
623
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Wichtigkeit der Thätigkeit Abt Wilhelm's im Kampfe gegen Heinrich IV. 623

Tode Gregor's VII. abgefaßt worden sein muß. Der Verfasserdieser Heinrich IV. durchaus abgeneigten Darstellung der Zeit-ereignisse behandelte die Geschichte des Kaisers, dessen Zug nachItalien, besonders die Vorgänge des Jahres 1084 in Rom, undaugenscheinlich waren auch schon die früheren Begebenheiten ausden Jahren 1071 und 1073 und die Wirkungen der ersten Ex-communication des Königs von 1076 da erörtert worden. Mög-licherweise im Kloster Hirsau selbst hatte diese Schrift ihren Ur-sprung. Mit trübem Blicke schaute ihr Urheber auf die Geschicke

der Kirche hin, und dabei kleidete er gern die eiutretenden Er-

eignisse in die Gestalt der Erfüllung prophetischer Voraussagungenein'").

In der Mitte aller dieser Erwägungen stand aber die grego-rianische Festung im oberen Deutschland, wie Hirsau richtig be-zeichnet worden ist"°), und es ließ sich sicher erwarten, daß bei

einer ersten günstigen Wendung für diese Sache die AuffassungAbt Wilhelm's hinsichtlich der Uebung der weltlichen Herrschaftzur Geltung gebracht werden würde, nämlich einzig und allein inder Gestalt der Unterwürfigkeit unter die Gebote des päpstlichenStuhles. Das stand von vorne herein fest, daß in diesem Fallealle jene Vorkämpfer gegen Heinrich IV., geistliche, wie weltliche,die in Hirsau ihre geistige Führerschaft erblickten, den Streitrücksichtslos fortsetzen würden.

i") Wirbt, I. o., 30 u. 31, schließt sich Giesebrecht's Ausführung, III,1077, aber besonders Henking, I. o., 116 u. 117, an, vornehmlich auch darin,daß innerhalb der Quellen der Oasus. monast. ketrisiius. zwischen den dertreitschrift entnommenen und de» aus der Lebensbeschreibung Bischof Gebe-hard's (vergl. n. 121) herausgehobenen Abtheilunqen zu unterscheiden ist,während Giesebrecht die Möglichkeit andeutete, daß überall nur Bruchstückeder verlorenen Biographie anzunehmen seien. Die Berthold von Zwifalten(88. X, 101) in a. 8: I)e rege Ilsinrico und den Oasus, Lid. II, oo. 26 , 30,36, 37, 41, und wohl auch co. 28 und 31 (I. o., 645—647), gemeinsamen Stückezeigen,- wie Henking, 108, nachweist, in den Oasus eine ausgiebigere Benutzungder gemeinschaftlichen Quelle. Die Worte der Oasus in o. 28: Lao äs causa,tanta proeelia aeeelesiam impulit, guas innumsros sudvsrtit, et daetsnususgus in prssens, sei ueo usgus in Lnem, ut orsäimus, navim Lei iuunäarset pulsare non ässinit, Lune aäimplstum sst, guoä Dominus äixit in svan-gelio (die Stelle von Nattd. X, 34 u. 36: also Erfüllung einer Prophezeiung,ähnlich, wie schon in o. 26: Lsrvsnit enim tuno super Lomanum Imperiumilla walsäietio, guas a 8aIomons presoripta legitur — Lcol-, X, 16 — et inäoli — XXXIV, 30), und ähnlich wieder in o. 29: Initium, immo ineremen-tum äolorum liaso (so. Rudolf's Wahl); nam inäs exorta sunt prelia et ssäi-tiones et multas sanZuiois etlusioues st, quoä sst ästsrius, multarum ani-marum peräitiones — beweisen, daß zur Zeit der Abfassung das „SchiffGottes" stürmisch dahin getrieben wurde, was eben zu 1084 bis 1085 stimmt.

Hauck, 1. o., 865.