Druckschrift 
3 (1900) 1077 (Schluß) bis 1084
Entstehung
Seite
95
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Folge des Todes der Kaiserin für Gregor VII.; dessen Lage am Jahresende. 95

wendig schien, die Erzielung eines Einflusses auf den König alsostets möglich blieb, eine sehr wesentliche Förderung der Berech-nungen geblieben, wie sie von Gregor VII. noch fortwährend fest-gehalten wurden. Der Tod der frommen, für jedes Wort desPapstes gefügigen hohen Frau brach wieder eine Stütze aus seinenPlänen heraus.

So ging das Jahr für Gregor VII. in nicht befriedigenderWeise zu Ende. Sein nachdrücklich und vorsichtig zugleich gehandhabtes Mittel, Deutschland die Versöhnung zu bringen und dabeidurch das geübte Schiedsamt das Ansehen des päpstlichen Stuhleszu erhöhen, hatte er im Verlauf des Jahres stets neu vorgezeigtund angekttudigt. Aber er war tauben Ohren begegnet, und ausden Reihen des Theiles der Deutschen, der vorgab, am meisten dieSache des Papstes zu vertreten, von den Sachsen her, wurde Miß-trauen laut gegenüber der Klugheit des Papstes, die man da nichtverstehen wollte, kamen Dinge zum Vorschein, die geeignet waren,den wohlgefügten Plan Gregor's VII. ganz zu zerreißen*^).

Von neuesten zusammenhängenden Behandlungen der für Gregor's VII.ganze Politik so Ausschlag gebenden Haltung im Jahr 1077 ist Hauck, I. c.,806—810, ganz besonders zutreffend, während die von Martens, I. e., I, 161—172 (oergl. II, 37 ff.), gebrachte, im Uebrigen höchst zustimmenswürdige Be-leuchtung der Situation an dem in u. 115 hervorgehobenen Mangel der zunegativen Kritik gegenüber dem Annalisten leidet/ Weniger scharf sind dieDinge bei Langen, Geschichte der römischen Kirche von Gregor VII. bisJnnocenz III., 73—80, erfaßt. Vergl. auch Hefele, Conciliengeschichte, 2. Ausl,(besorgt von Knöpfler) V, 104—110.