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Aus dem Kampf der Schwärmer gegen Luther : drei Flugschriften
(1524, 1525)
Entstehung
Seite
XIV
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weiteren Schreiben um Vermittelung freien Geleits bittet undseine friedliche Gesinnung versichert. Luther kam seinemErsuchen nach, aber der Kurfürst lehnte es ab. Ehe jedochCarlstadt über den Erfolg seiner Bitte Nachricht hatte, empfinger Luthers Schrift am 2<i. Februar, und machte sich gleichfolgenden Tages an eine nicht ohne Heftigkeit geschriebeneEntgegnung:Erklärung des .x. Capitels Gor. 1 . . . . AntwurtAndresen Oarölstats: auf Luthers schrift. Vnd wie Carol-stat widerriefft. , der eine weitere, am 16. März denernstenChristen meinen geliebten briidern zu Rottenburg gewidmeteSchrift:Von dem Newen vnd Alten Testament. . . . wieCarolstat widerrieft folgte. Damit hatte er sich selbst dieMöglichkeit einer Aussöhnung vorerst abgeschnitten. Erhielt sich unterdessen noch immer in Rothenburg verborgen.Zwar verlautete etwas von seinem Aufenthalt , aber Kumpf,im Rat zur Rede gestellt, leugnete kecklich ab: er habeseit dem Edict und des Rats Verbot Carlstadt weder gesehennoch gehalten, wisse auch nicht wo er wäre, und hielte da-für, dass er zu Strassburg sei, allwo er auch zu schaffenhätte. Der Rat Hess es dabei bewenden.

Da begannen am 23. März die Bauern des städtischenGebiets sich zu regen und die Bewegung pflanzte sich in dieStadt fort. Der Rat musste es geschehen lassen, dass am24. die Bürgerschaft einen Ausschuss von 42 Mitgliedernerwählte, welcher schnell das Regiment in der Stadt faktischan sich riss und mit den Bauern in Unterhandlung zu tretenanfing. Jetzt kam auch Carlstadt aus seiner Verborgenheitwieder hervor. Am 27. brachte ihn Kumpf auf das Rathaus,liess ihn vor der Thiire warten, und zeigte drinnen im Ratan, es sei ein Mann vorhanden, den er zum Frieden gardienstlich und fiirderlich achte. Auf Befragen: wer derwäre? antwortete er: es sei Carlstadt, der draussen stiinde.Darob grosses Verwundern, wie Carlstadt trotz des Edictshierher käme. Aber Kumpf erklärte: Carlstadt sei nie ausder Stadt gekommen, sondern durch ihn und andere christ-liche Brüder heimlich enthalten worden, er wolle das nichtleugnen, wenn es auch vor dem Kaiser wäre und der Henkerhinter ihm stünde, dass er an ihm als an einem armen, elenden,verjagten Menschen das Werk der Barmherzigkeit um Gottes