die Wandgemälde im Schwurgerichtssaale zu diauinburg,'1875 die Fresken in: ersten Cornelinssaale der könig-lichen Nationalgallerie in Berlin nnd 1872 sein berühmtesGemälde „Wegführung der Juden in die babylonischeGefairgenschaft". Dies sind die Hauptetappen seiilerverschiedenen Thätigkcitsperivden. Den unterschiedlichenCharakter der ietztern nachzuweisen, darzuthurr, wie seincmiiwnteS Talent sich aus den Schnlfesfeln loslöst nndzur Selbständrgkeit und Eigenart sich dnrchringt, ist hiernicht der Ort und darf füglich einer später» Gelegen-her< überlassen bleiben.
Die Stellung des Künstlers zu seinen Zeitgenossenund zu der neuesten Richtung in der Malerei habe ichbereits angedeutet. An intimen persönlichen Berührungs-punkten mit den führenden Geistern seiner Zeit undseiner Kunck hat es ihm nie gefehlt. Aber er war eineim besten Sinne selbständiges vornehm zurückhaltendeNatur und befand sich im Besitze eines beneidenswertenkünstlerischen, allgemein - geistigen und menschlichen Er-fahrungsschatzes, und wer selbst viel erlebl und sich selbstzu leben den Mut nnd die Kraft hat, besitzt wenigVerlangen nach jenen sogenannten gesellschaftlichenGeistesanregungen, die im Grunde und bestenfalls dochnie mehr sind, als vorübergehende Erregungen, zeitraubende Zerstreuungen.
Die moderne Malerei wie die moderne Literaturarmen beute so ziemlich denselben Geist, den Geist, dersich aucitz ans sozialem Gebiete so energisch geltend zumachen strebt. Wir sind wieder einmal Politiker gewor-den, hüben wie drüben. Die Leiden und Ansprüche desvierten Stander-, der sich mit seinen schwieligen Fäustenlangsam aber sicher Beachtung erkämpfte nnd in Schurz-fell und Arbeitcrmütze hülfehcischcnd an den Stufen derThrone, in den Sitzungssälen der Parlamente wie vorder, Fabriktbüren der Arbeitgeber steht, sind zu einerungeahnten Povularität, zum Range eines Hauptthemasdcr öffentlichen Diskussion gelangt. Der Erfolg aberist entscheidend, im Leben des Einzelnen wie der Par-teien. Und so ist es erklärlich, daß auch unsere moderneKunst und Literatur zum willigen Hör- und Sprech-