tunender, wasserschöpsender Jüngling. Zur Rechtenstehen trinkende Pj^er und nahen einige Wanderer-paare, van denen das auf dem Esel sitzende, erschöpfteLeib, den Säugling an der Brust, und der Gatte,welcher der Hülslosen in einer Schale Wasser darreicht,das interessanteste ist. Anstatt eines Dramas habenwir hier ein reines lyrisches Gedicht, ein Gebilde, dasmit der späteren Pvllendeten Komposition kaum so vielAehnlichken besitzt, wie ein ans der Mozartschcn PeriodeftammcndeS Tonstnck von Beethoven mit einem seinerletzten großen Slrcichguarrette. Dazu athmcn die Per-sonen und Gruppen dieser beiden Entwürfe eine so un-getrübte Anmut und Naivetät, eine so nazarenische, ichmöchte fast sagen Overbeckstche Reinheit der Formen-Holdseligkeit, daß man den tastenden, unselbständigen^wenn auch hochbegabten Schüler sofort in ihnen erkennt.In dieser Weise spricht kein Mann, kein selbständigerMeister, seine Gedanke» ans. Und doch kann manandererseits einem solchen Schüler schon ans dieser G»dankenanSsprachc unschwer die einstige Meisterschaftprognostizieren. Die Nazarener, die Cornelius, Over-beck, Beit, Schadow und Julius Schnorr, hatten schon,ein Jabr vor der Geburt Bendemanns, in Nom ihrenerfolgreichen Kamps gegen die von Carstens begonneneund mit Schinkel beendigte hellenisierende Kunftepvchebegonnen. Bc'ndemannS Jngendjabre fallen gerade indie Blütezeit der genannten Reformatoren. Man hatsich heute ziemlich daran gewöhnt, über die Verdiensteund das Streben dieser Maler die Achsel zu zucken,denn mehr als je gilt in der heutigen Kunst- und>Künstlerwclt das trotzige, eigensüchtige Goethe'sche Wort:
„Nur der Lebende hat Recht."
Daß die moderne Kunst grade jenen Meistern sounendlich viel, in gewissem Smne ihre ganze Existenz,verdankt, daß nur sic eS waren, welche dem Hellenisierender bildenden Kunst eine romantische Gegenströmung,entgegensetzten, die beengenden Fessel» der plastischenAnffassnngs und DarstellnngSweise in der Malereidurchbrachen, die Mitstrebenden wieder in die Formen-