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Eduard Bendemann : Betrachtungen und Erinnerungen
Entstehung
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Aegypten, Kairo, dir Düsseldorfer Ausstellung, Bende-mannsDreSdenerAlisenthalt, seinen Berkelr mit stipinskyund Kunnner, die Dresdener Gallerie, welche FronBendemann die schönste und übersichtlichste in Europanannte, italienische Weine, deren Vorzüge wir währenddcS Essens erprobten — kurz, die heterogensten Dingewurden ausgenommen und nach Belieben wieder fallen ge-lassen, keines jedoch, ohne durch die geistvolle Betrach-tung dieser hervorragenden Menschen ein besonderesStreiflicht empfangen zu haben.

Nach eingenommenem Kaffee, zu welchem mir derKünstler von seinen liebsten, kleinen, dünnen Havannaspräsentierte, wurde ich noch mit verschiedenen Sehens-würdigkeiten deS HanseS bekannt gemacht. Ganz besonderS erinnere ich mich noch eines echten AlbrechtTürer,den ein Freund von Bendcinann in Rom' für neunThalrr gekauft und diesem zum Geschenk gemacht hatte.„Das, Platt ist unter Brüdern seine tausend Thalerwert!" sagte der alte Herr mü behaglichem stacheln.„Ich verkaufe es aber nicht."

Bendemann war reich. Es ist eine interessante Frage,den Einfluß einer unabhängigen, sorgenlosen, gesell,schaftlich hervorragenden Stellung auf die künstlerischeProduktion zu verfolgen. Ob es schwieriger und verdienstlicher, im üppigen Schoße des Glückes oder in dendrückenden Banden der Not und deS Mangels den Enngebungen des angeborenen Genius zu horchen nnd diegepflanzten Geistesfrüchte zur Reife zu bringen? Obder hungrige oder der satte Magen befähigter zur Aus-übung großer Kunstthaten? Die Kunst- und LiteraturGeschichte giebt keinen endgültigen Aufschluß und einstatistischer Nachweis ist schwer beizubringcn. Jedenfallsmüssen Glück wie Rot, Reichtum wie Armut, stcbens-freude wie Weltverachtung, Sorgenlvsigkeit und Sorgeans den Charakter des schöpferisch thätigen Menschenund damit auch auf seine Schöpfungen, stark beeinflussendeinwirkeu. Mir persönlich aber erscheint die freiwillig-Selbstverleugnung und Entsaguiigsfähigkeit, welche der