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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

dürftig, bis er, durch zusammengclaulene Bauern vertrieben, inLaienkleidern über die Greuze seines Vaterlandes in die Schweizilüchtete. Hier wusste er sich jedoch neue Gönner zu verschaf-fen in dem Bathe zu Luzern, welcher, wie derselbe zu AnfangMai dem Rathe zu Strassburg schrieb, diesen berühmten, gelehr-ten Mann, welcherunverdient und ohne rechtlichen Spruch anden Bettelstab abgefertigt worden, aus Mitleiden miL seiner nochnicht gänzlich gehobenen schweren Krankheit freundlich auf-nahm. Die Herren zu Luzern bekleideten ihn reichlich aus ih-rem Seckel und versahen ihn mit Allem, wie es einem Doctor ge-bühre, verliehen ihm auch eine Stelle in dem dortigen Franciscaner-Golteshause und sogar ein Prediglamt. Er predigte auf seinerKanzel wie auch, um dem grossen Andrang zu genügen, auf einerauf Öffentlichen Plätzen errichteten Schaubühne. Von hier aus setzteer seine Beschwerden über das Verfahren der Strassburger fort. ')

Er war bei der Disputation zugegen, welche am 18. Maidieses Jahres, 1526, zu Baden im Aargau vor den 12 Ortender Eidgenossenschaft von katholischen und evangelischen Geist-lichen angestellt wurde. Doch liess er sich weniger, wie seineGlaubensgenossen Eck und Faber, in allgemeinen Fragen, als inSchmähungen gegen Ulrich Zwingli vernehmen. Aus einer indiesem Jahre erlassenen Schrift:Ein worhafftigs verant-worten der doctores, die zu Baden uff der disputa-tion gewesen, worin ein Brief an den Rath zu Zürich ent-halten ist, ersehen wir, dass dieser ihn fälschlich beschuldigte,eine Schrift gegen ihn, den Rath geschrieben zu haben, während erbehauptete, dass er nur ein Schreiben gegen Ulrich Zwinglihabe drucken lassen, und sich vielmehr beschwerte, dass dortzwei Lästerschriften gegen ihn erschienen seien. 2 )

Im folgenden Jahre, 1527, dem Jahrestage des Badener Ge-

1. Ucber das Vorhergehende siehe: Correspondenz des Dr. Thomas Murnermit dem Magistrat der Stadt Strassburg von 1521 1526, in Strobels Bei-trägen zur deutschen Literatur und Literärgeschichte. Auch abgedrucltt inScheibles Kloster Bd. IV. S. 5S0 605. 2. Von dieser sehr seltenen

Schrift, welche Waldau nicht gesehen, und Panzer Annalen Bd. II. S. 44tetwas ungenau anführt, besitzt die Hamburger Stadtbibliothek ein Exemplar.Andere sind zu Wien und München. Vergl. das Schreiben Murners 1526 von