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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Biographisches und Literarhistorisches über Thomas Murner.

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dem 11. September 1 ) d. J. dem Magistrat zu Strassburg, wel-cher nicht wenig über das dem ihm so ganz anders bekanntenMönche gespendete Lob überrascht gewesen sein mag.

Während seiner Abwesenheit von Strassburg hatte der re-formatorische Geist hei einem bedeutenden Theile der Bürgerund der Geistlichkeit grosse Fortschritte gemacht. Der Bischofvon Strassburg forderte die abtrünnigen Geistlichen auf, am 24.Januar vor ihm zu Zabern, seiner Residenz im Eisass, zu er-scheinen, und Murner, der es in seinem Interesse fand, der Re-formation sich immer mehr entgegen zu setzen, liess sich vondem Bischöfe als dessen Abgeordneter nach dem Reichstag zuNürnberg senden. 2 ) Er verklagte hier hei dem päpstlichen Le-gaten Lorenzo Campeccio zunächst den Strassburger Rath, wel-cher seinerseits auch Abgeordnete au die dort versammeltenReichsstände entbot. Murners Bemühungen waren wenig erfolg-reich, und er kehrte bald nach dem am 18. April d. J. erfolg-ten Abschiede zu Nürnberg zu dem Bischöfe zurück. ObgleichMurner mit gewohnter Geschmeidigkeit hin und wieder sich derReformation günstiger erklärte, sobald sie die Oberhand zu ge-winnen schien, und vor Allem aus seinem Mönchsorden zu tre-ten sich bemühte 2 ), liess sich der Rath zu Strassburg doch nichttäuschen, und begann vielmehr eine strengere Verfolgung seinesGegners. Des Ralbes Diener drangen in sein Haus, suchten ihnauf, um ihn unter Beschuldigung des Aufruhrs ins Gcfängnisszu setzen, nahmen viel von seiner Habe, welches verkauft wurde,besonders aber auch, was ihn vor Allem bedrückte, ein Buch vonseiner Handschrift, den König von England betreffend. Er seihsterkrankte zu Ober-Ehenheim, dem Orte, in welchem er vermuth-licli geboren war, wohin er also zu Verwandten geflüchtet seinmag, von wo aus er um Michaelis dieses Jahres mehrere Briefemit seinen Beschwerden an den Strassburger Rath richtete. Hierfinden wir ihn noch im folgenden Jahre zu Ende Januar, eineneue Klagschrift an denselben richtend. Vermuthlich blieb erhier noch fünfzehn Monate, bis zum Frühling 1526, krank und

i. S. J. Wen cker 1. J. 2. Sleidanus de statu religionis et reipublicaeBd. IV. Waldau a. a. 0. S. 24 flgd. Jung a. a. O. S. 176. 3. Vergl.

auch den Brief Luthers vom 4. Juli dieses Jahres bei Waldau a. a. 0. S. 27-