Biographisches und Literarhistorisches (¡her Thomas Murner.
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genannt wird, hatte. ') In beiden angeführten Schriften bezieht Mur-ner sich auf ein grosseres Werk wider die Astrologen, welcheser "Quadripartitum mains” nennt, in dem letzteren auch aufseine Arbeit über die Perspective. Heide angeführten Büchersind, wie schon Lessing vermuthete, beabsichtigt, und es gebürtderen Anführung wohl nur zu der dem Murner eigenthümlichcnvorgreifenden Perspective in die Zukunft.
Nachdem Murner in seinen beiden ersten Schriften gegenden Irrwahn der Astrologen und den Betrug der Medicin geei-fert hatte, so finden wir ihn jetzt beschäftigt, das römische Rechtdurch Erläuterungen der Institutionen des Justinian populär vor-zutragen. Grössere Arbeiten darüber erschienen später, undwerden unten von uns erwähnt werden; doch scheint er schonjetzt Erläuterungen des Rechts durch Bilder und seihst Spiel-karten versucht zu haben 1 2 ), wenn wir sie gleich erst aus demDrucke vom Jahre 1518 kennen. Diese ersten juristischen Ar-beiten oder Spielereien sind spurlos verschwunden. 3 )
Sehr nachtheilig jedoch waren für seine Stellung und fürseinen Ruf die Streitigkeiten, in welche er durch einen Angriffwider seinen allgemein verehrten Lehrer Jacob Wimpheling ver-wickelt wurde. Letzterer hatte 1501 zu Slrassburg eine Schriftherausgegeben : "Germania”, welche die Errichtung einer neuenGelehrten-Anstalt in Slrassburg bezweckte; Murner vertheidigtedagegen die lateinische Schule in seinem Kloster zu Strassburg,in welches er zurückgekehrt war, und sprach sich gegen Wim-phelings bei diesem Anlasse aufgestelltc Behauptung aus, dass
1. In dem Abdruck dieser Schrift in Schciblc’s Kloster Bd. X. heisster gewiss irrig Hans Wnernher von Anorspcrg. 2. S. Murners Brief an G.
V. Kaisersberg in der Anlage, und Murner: „honestorum poematum laudatio.“fol. a. 8. 2. und fol' b. „Ingenue fateor me in imperatorias constitutiones ... quosdamcommentarios edidisse cartiludium institutionum ac pictasmate Justinianeum textumad facilem memorandi viam revocasse.“ Darüber wird ihm auch ein Vorwurf ge-macht in : Thomas Wo 1 f jun. Briefe an Albert von Ilatsamhusen; abgedruckt inder sehr seltenen, in meiner Sammlung befindlichen, 1502 oder 1503 gedruck-ten Schrift : „Versiculi Theodorici Gresemundi Legum Doctoris.“ Vergi. Rieggerpag. 216. 3. In diese Zeit scheint auch seine epistola ad Wimphelingium,
s. 1. et a. zu gehören, die sich auf der K. Staatsbibliothek in München be-findet.