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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

bildwerke des Rathhauses zu Damme') und ähnliche Zeugen derflandrischen Vorzeit der schlechtesten Spässe unseres Sclnnutz-lielden würdig sind.

Aus Obigem geht nun auch hervor, dass zur Zeit des vanDelle eine Grabschrift zu Damme nicht vorhanden war, welcheunter einem von Van Merlen (vergl. §. 3.) gestochenen Bilde desUlenspiegel steht. Sie lautet: Sta, viator: Thylium Ulenfpiegelafpice fedentem et pro ludii et morologi falute Deum precarefuppl.. . Obiit anno 1301.

§. 6. Vom geschichtlichen Ulenspiegel.

Wenn gleich in den vorhergehenden Abschnitten aus demSteine der Marienkirche zu Wismar das Zeichen Ulenspiegels inden seinem Lehen zugeschriebenen Jahrzehnten nachgewiesen ist,und die Existenz unseres Till Ulenspiegel zu jener Zeit aus demGrabsteine zu Mölln mit grösster Wahrscheinlichkeit gefolgertwerden durfte, so bleiben doch noch manche in unseren Erläu-terungen nur kurz angedeutete Bemerkungen, welche sein histo-risches Dasein zu beglaubigen scheinen, noch weiter auszu-führen.

Einige besondere Betrachtung verlangen zunächst die NamenUlenspiegcls und seiner Eltern. Der alte Antwerpcner Text nenntden Vater Claus Till, alle deutschen Texte nennen ihn ClausUlenspiegel. Die Mutter heisst dort Wihekc, in den Erfurterund späteren Strassburger Ausgaben Anna, doch schon in deralten Strassburger Annawibcken, in der Cülner und AugsburgerAnna Weibikin. Anna, so wie Wihekc waren sehr gewöhnlicheFrauennamen in Sachsen. Dass Frauen zwei Taufnamen führ-ten, bemerkt man sehr selten, und es ist vielleicht Wibcke Dimi-nutiv von Wippo oder Wiprecht als der Name des Vaters derAnna anzusehen. Claus war gleichfalls ein häufig vorkommenderName seit dem dreizehnten Jahrhunderte, wo die Namen derApostel Johannes, Peter, Jacob, Philipp, Matthäus, so wie desDaniel und des h. Nicolaus neben den altdeutschen Namen inSachsen gern gewählt wurden. Es scheint fast, dass die Namen

1. S. Willems a. a. 0.