Der Grabslein zu Damme.
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nimg auf demselben wieder, einen Doctor mit der Drille aufmerk-sam in einem auf einem Pulte vor ihm liegenden Buche lesend, —eine Darstellung, welche an den Holzschnitt in einem der ältestenfranzösischen Drucke des .Ulenspiegels hei der Wittwe Bonfonserinnert. Auch die Inschrift des Steines ward wieder vollständiggelesen, welche bestätigte, dass der berühmte Dichter Jacob vanMaerlant, welcher zur Zeit des sechsten Jubilaei gestorben, hierbegraben sei. Dem lateinischen Berichte des van Belle, welcherim Pastorats-Archive zu Damme niedergelegl ward, sind spätereinige zu einer Inschrift neben dem Grabstein vermuthlich be-stimmt gewesene Verse beigefügt, worin erzählt wird, dass aucheine Eule neben dem Pulte gewesen, als Symbol der Wachsam-keit und Weisheit, und dass das unkundige Volk, das Pult füreinen Spiegel ansehend, den hier Beerdigten Illenspiegel genannthabe. Es wird übrigens bemerkt, dass diese letzten Verse 365Jahre nach ,1. v. Maerlant’s Tode geschrieben seien, also im Jahre1666 oder 1715. Eine niederländische Uebersetzung von van Bel-le’s Bericht nebst einer kurzen Einleitung, welche der Sage wider-spricht, dass hier der Ulenspieghel begraben sei, welcher wegen desschändlichen Buches, welches er geschrieben (!), unter dem Gal-gen zu liegen verdiene, findet sich zu Brügge bei Laurens Dop-pens in der Philipsstoekslraet gedruckt. Die Zeit dieses Buch-druckers muss ergeben, oh bereits van Belle, wie Willems meint, ')oder oh, wie immer wahrscheinlich, ein Späterer die Widerlegungder Meinung von Ulenspieghels Grabstätte zu Damme drucken zulassen erforderlich hielt.
Das ältere niederländische Volksbuch kennt nur das Grabzu Mölln; erst Ileyliges Druck zu Antwerpen im J. 1640 giebtdem Ulenspiegel die Grabstätte zu Damme. Auch diese ver-hältnissmässig neuere Angabe hat Delepierre in seinem Texte bei-bchalten, so wie einen Hämischen Geburtsort Ulenspiegels undmanche dortige Localitäten.
Die Niedersachsen werden also den Ulenspiegel immer alsihren Landsmann anerkennen müssen, wenn sie ihn auch viel-leicht gern den Flämingern abträten, und so sehr auch die IIolz-
t. S. dessen Belgisch Museum Deel II. Aflevering 4., wo die angeführtenAufsätze und Verse allgedruckt sind.
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