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Abhandlung über den Ulenspiegel.
von Leyden, welchem jener Name gegeben wird. Das Blätt-chen ist klein Quart, nur 6 Zoll 4 Linien hoch und 5 Zoll 2Linien breit. Ein Mann spielt auf einer Sackpfeife, und trägtzwei Kinder in einem Korbe auf dem Rücken; ein Esel trägtauch zwei Kinder, eine Frau eins. Vor ihr an einem Steckengeht das sechste Kind, auf dessen linker Schulter eine Eulesitzt. Hat der Künstler hier wirklich eine Scene aus Ulenspie-gels Lehen andeuten wollen, so kann nur des Vaters Auszugaus seiner Ileimalh Kneitlingen in das Magdeburgische Land ge-meint sein. Als Albrecht Dürer im Jahre 1520 zu Brüsselwar, kaufte er, wie er in seinem Reisetagebuchc erzählt, füreinen Stüber zween Eulenspiegel'). Es ist wohl wahrschein-licher, dass darunter zwei Exemplare des eben erschienenenkleinen Kupferstiches, als eines niederländischen Druckes gemeintsind. Jener war schon vor zwei Jahrhunderten so selten, dasser mit sechszehn Louisdor bezahlt wuirde, nach von Murrs Angabeim J. 1670 mit 200 Blhlr.' 2 ) Ein trefflich erhaltenes Exemplarfindet sich auf der K. Kupferslichsaminlung zu Berlin. HeinrichIlondius stach 1644 eine Copie, welche gleichfalls ziemlichselten ist, und später ein Unbekannter eine zweite, welche sein-sorgfältig nach dem Originale gearbeitet sein soll 3 ).
Von Rembrandt giebt cs ein Blatt vom Jahre 1642, ohneUnterschrift, welchem Eulenspiegcls Name gegeben wird. EinHirte, der die Flote bläst, blickt nach den Beinen einer Hirtinhin. Auf seiner Schulter sitzt eine Eule.
Ein phantastisches Bild des Ulenspiegel durch van Merlenerwähnt Delepierre a. a. 0. Seite 3., so wie dessen beigefügteGrabschrift zu Damme. Näheres über dieses Blatt habe ichnicht in Erfahrung bringen können. Johann oder Jacob vonMerle und soin Bruder Theodor 1550 — 60, vielleicht noch spä-ter, scheinen eine Kunsthandlung besessen zu haben, aus wel-cher eine grosse Anzahl kaum dem Kunstgebiete ungehörigerhistorischer Bilder blos mit ihrem Excudit hervorging '). 1620
t. S. das Tagebuch in Ch. G. v. Murr’s Journal zur Kunstgeschichte.Tb. Vil. S. 72. 2. Von Murr Journal Th. XIV. S. 356 flgd. 3 Flügel
Geschichte (1er Hofnarren S. 475 nach von Murr’s Bibliothek der RomaneBd. IV. S. 108. 4. Naglers Neues Allge.m. Kimstlerlexieon Bd. IX.