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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

zu geben vermochten, oder, aber was eher zu erwarten, manchenIrrtlmnr veranlassen können. Der erheblichste hierher gehörigeGegenstand ist ein im Gemäuer des Daches der St. Marienkirchezu Wismar vorhandener, für gleichzeitig mit dem ersten Bauevom Jahre 1339 58 erklärter Backstein, auf welchem, eheer gehrannt ist, eine Zeichnung angebracht wurde, in welcherman das Bild einer Eule mit einem Spiegel zu finden geglaubthat 1 ). Wenn mm Beispiele nicht fehlen, dass gebrannte Ziegel-steine mit Stempeln und anderen Zeichen schon im Mittelaltervorhanden sind 2 ), so scheint die Untersuchung über das Zeitalterdes fraglichen Steines hier um so interessanter, da nach derdurch Herrn Archivar Lisch mir gefälligst zugestellten sorgfäl-tigen Zeichnung, welche der Verein für Meklenburgische Ge-schichte nach einem Abdrucke in Gyps in natürlicher Grossevon beinahe 12 Zoll hoch und 5''V-i Zoll breit hat abnehmenlassen, und welche in verkleinertem Maassstahe unserem Buchebeigefügt ist, die Eule trotz des etwas menschenartigen Antlitzeszu erkennen ist, und wir den viereckigen Gegenstand in deraufgehobenen Klaue für einen Spiegel halten können. Letztererähnelt freilich mehr einem Buche oder Briefe. Man wird dieZeichnung des Steines am leichtesten mit Ulenspiegel in Verbin-dung bringen können, wenn man sich der Nachricht erinnert,dass er eine Eule mit dem Spiegel auf der Wand von Häusern,welche er heimgesucht hatte, zuritckliess. S. Historie XL, wobeies für uns besonders beachtenswert ist, dass dieses uns beiAnlass seines Aufenthaltes zwischen Rostock und Wismar erzähltwird. Freilich wird es sich fragen, oh solche Steine etwas an-deres bezeichnen sollten und ihre irrige Deutung jene Nachrichtvon Ulenspiegels Zeichen, vielleicht gar die Entstehung seinesNamens veranlasst haben könnten.

Eine kürzlich angestellte sorgfältige Untersuchung des Bauesjener Kirche, besonders des betreffenden Oberschiffes, hat die An-sicht begründet, dass jener Stein mit der Eule dem letzteren, wel-ches schon vor 1339 erbaut war, hei dem in jenem Jahre begonnenen

1. Burmeister in Lisch Jahrbüchern des Vereins für meklenburg. Ge-schichte. Tb. IV. Jahresbericht S. 54. Th. V. S. 220. 2. Vergl.'sching

Merkwürdigkeiten altdeutscher Kunst in der Altmark. Erste Lieferung.