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Abhandlung über den Ulenspicgel.
Weltsprache tibergegangene Ausdruck Calem bourg für pinWortspiel scheint nicht besser zu erklären, wenn gleich, wiein Deutschland die ältesten Ausgaben und die englische Ueber-setzung bis auf ein Fragment, so die französische vielleicht ganzuntergegangen ist. Allerdings wäre es richtiger, jene WortspieleEulenspiegeleien anstatt Kalenberger zu nennen, da Ulenspiegelmehr als jener Pfaffe mit Worten spielte, wie hei den Schnei-dern mit den Ausdrücken Wölfe und Aermel anwerfen, in Bern-burg dem Anblasen der Feinde, den Spässen zu Hildesheim, derEinladung zu Lüneburg und so vielen anderen praktischen wiesprachlichen Wortspielen. Doch wie Neithart und der Kalen-berger mit Eulenspiegels Namen von den Deutschen bezeichnetsind, so konnte eine solche ähnliche Verwechselung noch leich-ter von den Franzosen begangen werden, welchen Espiègle schonfrüh den Begriff harmloser Possen, besonders wie sie von Kin-dern verübt werden, vergegenwärtigte.
Ulenspiegel kam schon zu der heiteren, schwanklustigenZeit König’s Franz I. in dem vlämischen Gewände nach Paris.Manche Fabliaux und Werke, wie die ächten des Maistre Fran-çois Villon und die demselben zugeschriebenen Gastmälcr ohneZeche (Bepeues franches), von denen Murner einige, wenn gleichnur wenige Erzählungen benutzt hatte, haben dem deutschen Pos-senreisser den Weg gebahnt. Schon im Jahre 1532 erschien einefranzösische Uebersetzung, und zwar, wie sie sich uns später ge-wöhnlich ankündigt, aus dem Flamländischen, zu Paris. Dieseund die beiden nächstfolgenden Ausgaben zu Paris und 1539 zuAnvers sind uns nur als die grössten literarischen Seltenheiten,als Unica in zwei deutschen Bibliotheken erhalten und waren bisneuerlich selbst gelehrten französischen Bibliographen unbekannt,worauf wir nur aufmerksam machen, um darauf hinzuweisen, wieunsäglich viele dieser für die allgemeine Bildungs- und Völkerge-schichte lehrreichen Bücher verloren gegangen sein mögen. Auchfinden wir in den nächsten zwanzig Jahren keinen neuen Druck,obgleich es in dieser Zeit war, wo Ronsard (geh. 1524) dasWort Espiègle bei seinen Landsleuten einbürgerte, und sein ältererZeitgenosse Rabelais starb (| 1558). Rabelais, wenn wir derSage allein vertrauen dürften, lebte in verschiedenen Ständen,