Druckschrift 
Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

Güle lieferte, die es schon ira 13. Jahrhunderte zura stark begehrtenAusfuhrartikel, besonders nach Holland und Ostfriesland erhob, 1 )'undnoch 1442 dem Hamburger Bierkeller neben dem Ralhhause zu Lü-beck seinen Namen verlieh, eine solche Vorliebe für das EimbeckerBier gezeigt, dass es ira fünfzehnten Jahrhunderte auf oder über demHamburger Ralhsweinkeller geschenkt wurde 2 ), und dass daher diesesHaus, welches zu vielen und den wichtigsten Verwaltungszweckendiente, bis auf die neuesten Zeiten die wunderliche Bezeichnung desEimbeckischcu Hauses geführt hat. Oh die wiederholte Erwähnung desEimbecker Bieres (vergl. Hist. LX1V.) nicht der Zeit ¡Burners mehr alsderjenigen des Ulenspiegel angemessen war, möge hier dahingestelltbleiben. Wenn nicht Hamburgs Brauereien, dessen llopfenmarkt derVerfasser kannte (s. unten Hist. LXXIV.), so hätte passender Wismar an-geführt werden können, dessen Bier schon Rynesberch als berühmtanführt. 3 ) Nach den Lüneburger Eddags - Artikeln /) wo auch dasHamburger Bier im dortigen Rathskeller geschenkt wurde, die Bürgeraber Eimbecker Bier zapfen durften, scheint dieses damals das ge-ringere gewesen zu sein.

Der Name des Hundes Hopf möchte ersonnen sein, um denSchwank des falschen Brauerknechles zu ermöglichen. Doch kommter als Geschlechlsname zu Hamburg wirklich vor.

Historie XXV11I.

Der erste Schwank dieser Historie, welcher den Leser nachBerlin führt, ist nicht weiter nachzuweisen. Desto auffallender abererscheint es, den zweiten von dem englischen Hausgeisle RohinGoodfellow berichtet zu finden (s. unten die Abhandlung §. IV), wo-bei es freilich sehr zweifelhaft bleibt, ob dieser Kobold hier mitUlenspiegel, oder ob dieser mit jenem identificirt ist? Wenn auchdiesem die Bezeichnung des Gut g es eil bisweilen gegeben wird, sogehört dieser Streich, wenn auch keiner der schlimmsten, mehr demwortverdrehenden, schadenfrohen Ulenspiegel an, als dem gulmülhigneckischen Rohin.

S. 71 Z. 2: Wolf. Dieser Ausdruck ist nicht lediglich einScherz des Schneiders, sondern kommt auch sonst vor: in denSchildbürgern Historie 25, w r o von der Hagen den Ausdruck, unterBezugnahme auf diese Stelle, durch Mönchskutte erklären will.

1. Vergl. Anm. 100 zu meinen Geschichtsquellen des Erzstifts und der StadtBremen. 2. Cellarium Eimlieccense in den Hamburger Stadlrechnungen seit 1471,bald darauf auch domus Eimbeccensis, welches diesen Namen zu tragen fort-

fuhr, bis der Brand v. J. 1842 es in Asche legte. 3. Meine Bremischen Ge-

schichtsquellen S. 85. Burmeister Wismar. Bürgerspraclicn an vielen Stel-len. 4. Pufendorf Obscrv. Iuris Universi T. II. Appendix pag. 190 sq.Kraut Altes Lüneburger Stadtrecht. S.-32.