182 Ausgabe von 1558.
Dieser lateinischen Uebersetzung eines Rectors der Schule zuIlerzogenlmsch'j in fliessende Jamben lag der Antwerpener Textvor, wie man gleich an der darin aufgenonnnenen, diesem eigen-thiimlichen Erzählung von dem Kinde Till, welches ein Reisen-der um den Weg befragt, erkennt. Einen Auszug aus derselbengehen Freytag im Adparatus T. II p. 1017 fq. und Gesnerin Murr’s Journal für Kunstgeschichte und allgemeine LiteraturTh. 14, S. 360. Jener sucht den Druckort zu Antwerpen, die-ser wegen des in Holz geschnittenen geflügelten Hirsches aufeinem Ruche sitzend, auf der letzten Seite, zu Cölln hei EuchariusCervicornus. Doch ist jener Ruchdrucker, mit dem eben be-schriebenen Zeichen seiner Offizin nicht unbekannt, wie denn,namentlich mit denselben Typen, wie der Triumphus humanaeStultitiae, 1542 von ihm Aemylii Probi excellentium imperatorumLiber gedruckt ist. Der Name des Ruchdruckers ist also nichtpseudonym. Borkeloh ist ein Orts- und Familienname, welcherin Westfalen vorkommt. Aus den Versen auf dem Titelblatteliehe ich nur den folgenden hervor:
“Hactenus es uifus Germanos Tvle per omnes,
Nunc etiam Latium doctus adire potes.”
Es sind hier die Deutschen wohl im umfassendsten Regriffe,welcher auch die Holländer einscliliesst, gleich dem englischenDutch — zu verstehen, wenn man nicht annehmen will, dass derRector zu Herzogenbusch, einen deutschen, dem uns bekanntenAntwerpener völlig entsprechenden Text vor sich hatte. Es istübrigens auffallend, dass Ulenspiegel bei Neinius nie diesen Namen,weder in der deutschen Form noch lateinisch führt, sondern nurTylus heisst, so wie sein Vater Nicolaus. Er wird als Sachsebezeichnet, aber weder sein Geburtsort näher angedeutet, nochder Ort seiner letzten Krankheit und die Grabstätte, so wie über-all die meisten Ortsnamen nicht aufgenonnnen sind. Eben so fehltein Todesjahr und man kann nicht verkennen, dass der Ueber-setzer und Dichter alles verschmähte, was er für ein historischesBlendwerk hielt.
}. S. A mir eus Bihliolhcea Belgica p. 544.