Ausgaben 1520— 1530.
151
Defen ftein fal nemantz erbauen,
Hie fteit Vlenfpiegel begranen.
Im. M.CCC.L. Jair.
Wie Vlenfpegels Epitaphium vü öuerfchrifttzù Lünen bur ck vp fym graeff gehauwê fteyt.
Epitaphium.
Defen ftein fal nymantz erhauen,
Vlenfpiegel fteit da vp recht begrauen.
Als wesentliche Abweichungen vom Texte v. J. 1519, welchersich dadurch als der richtigere und ältere darstellt, liehe ich hierhervor: den irrigen Samen des Schlosses Amplenen für Anipleuen;die mangelhafte Bezeichnung des Namens des Taufpathen, wel-chen nur die Ausgabe v. J. 1519 vollständig giebt, und die Weg-lassung des gleichfalls nur in der gedachten Ausgabe genanntenAbles Arnold Pfaffenmeyer. Dass die Zerstörung des Schlosses60 anstatt 50 Jahre vor dem Drucke gesetzt wird, dürfte da-durch schwerlich erklärt werden, dass der vorliegende Druck zehnJahr jünger sei als der v J. 1519. Im Vergleich zu der Ausgabev. J. 1532 und den späteren ist dagegen zu bemerken, dass indiesen auch des Herrn von Ampleven überall nicht gedacht wird,so wie eines. Zeitraumes seit der Zerstörung des Schlosses, dassdort auch der Zuname der Mutter Anna ganz fehlt und derName des Waldes “Gelbe” entstellt ist.
Die Zahl der Historien ist 78, von denen sich 75 wesent-lich in derselben Reihenfolge in der Murner’schen Ausgabe befin-den. Die Ueberscliriften sind jedoch neu redigirt und in derErzählungsweise sind kleine Abänderungen, stets unbedeutenderals die des oben abgedrucklen ersten Capitels. Neu eingeschaltetist aber die derselben angehängte, welcher keine besondereNummer gegeben ist: “Wie Vlenfpegel antworde eym reyfigenmañ, ¡ der na dem woge vragede”, welche Erzählung oben imAnhänge zu Murners Ulenspiegel S. 139 bereits abgedruckt ist.Hierauf folgt in Ivruffters Drucke das Capitel II, dieselbe Hi-storie II bei Murner.