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Bei dieser Arbeit, die hier immer nur, soweit sie die Fremd-wörter betrifft, in Betracht kommt, wird die Akademie gewißzunächst eine große Scheidelinie ziehen müssen, um die Böcke vonden Schafen zu trennen. Da wird man fürs erste und bis answeiteres von denjenigen Fremdwörtern absehcn können, welcheans dem Griechischen, Slavischen und außereuropäischen Sprachenstammen, da sie die eigentliche gefährliche Vermengung und Ent-stellung unsrer Sprache nicht bewirken. Doch würde immerhineine Ersetzung der aus dem Griechischen kommenden wissenschaft-lichen Ausdrücke möglichst anznstrcben sein. Die eigentliche Masseder Fremdwörter, gegen die wir uns wehren müssen, stammtaus der römischen und den romanischen Sprachen, ganz besondersaus dem Französischen. Deshalb ist die Überschwemmung desDeutschen mit Fremdwörtern sogut wie gleichbedeutend mit derVerwälschung der Sprache. Das eigentliche Ziel der Reinigung,welcher die Akademie wissenschaftlich dienen soll, muß also aufdie Entfernung dieser wälschen Ausdrücke gerichtet sein. SchonLeibniz sagt in diesem Sinne in seinen „Unvorgreiflichen Ge-danken" folgendes: „Die Lateinische, Französische, Jtaliänischeund Spanische Worte belangend, so gehöret die Frage, ob undwie weit deren Einbürgerung thnnlich und rathsam, zu dem Punctvon der Reinigkeit der Sprache; denn darin suchet man eben zumTheil die Reinigkeit des Deutschen, daß es von dem überflüssigenfremden Mischmasch gesäubert werde." lH 73.) Auf die Ersetzungdieses wälschen Mischmasches durch Wörter germanischen Ur-sprungs und deutscher Form kommt es also ganz vorzugsweiseund im wesentlichen an.
Bei Aufsuchring und Wardirung solcher Wörter wird inannicht allein in die Tiefe, in jene geheimen Schächte, die Goethebezeichnete, dringen dürfen, sondern man wird auch in die Breite,in die geschichtliche Entwickelung und die örtliche Vertheilung derSprache gehen müssen. Was die deutsche Sprache in ihrem