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Sprache nicht gemäß war. Und, gleichsam als einen Trost, fügter hinzu: „Wer es gut trifft, der wird nicht ausgclachet werden."(S. 197—199.)
Endlich Goethe, der gleich zu den höchsten und reinstenQuellen der Sprache aufsteigt: „Die Muttersprache zugleichreinigen und bereichern ist das Geschäft der besten Köpfe; Rei-nigung ohne Bereicherung erweist sich öfters geistlos: denn esist nichts bequemer als von dem Inhalt absehcn, und auf denAusdruck passen. Der geistreiche Mensch knetet seinen Wortstoff,ohne sich zu bekümmern, ans was für Elementen er bestehe; dergeistlose hat gut rein sprechen, da er nichts zu sagen hat. Wiesollte er fühlen, welches kümmerliche Surrogat er an der Stelleeines bedeutenden Wortes gelten läßt, da ihm jenes Wort nielebendig war, weil er nichts dabei dachte. Es giebt gar vieleArten von Reinigung und Bereicherung, die eigentlich alle zu-sammcngreifen müssen, wenn die Sprache lebendig wachsen soll.Poesie und leidenschaftliche Rede sind die einzigen Quellen, ausdenen dieses Leben hervordringt, und sollten sic in ihrer Heftig-keit auch etwas Bcrgschutt mitführen, er setzt sich zu Boden, unddie reine Welle fließt darüber her."
Also keine Überstürzung, keine Einseitigkeit, keine Schnl-fuchscrei. Die Akademie schlage an den Felsen unsrer Sprachemit dem Zauberstabe wahren geistigen Verständnisses und wirk-lich lebensvoller Begeisterung, und das klare, reine Wasserwird ihr und uns sprudeln. Sie Halte sich fern von allenengherzigen Schnlmeistcreien, von allem ängstlichen Übertragennach Maßgabe der Wörterbücher, von allen gefährlichen Ver-suchen abenteuerlicher Deutschthümelei. Sie lausche dem Geisteder Sprache in seinem stolzesten Rauschen wie in seinen lei-sesten Regungen, und sie schöpfe bei ihrer Arbeit aus der Fülledieses Geistes. Dann wird sic Segen verbreiten über die ganzeNation.