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Ein Hauptstück von unserer Muttersprache : Mahnruf an alle national gesinnten Deutschen
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Auch habe ich schon oben gesagt, daß ich keine Übertreibung,keine blinde Reinigungswuth will. Ich gehe sogar soweit undsage, man kann und darf vernünftigerweise nichts dagegen haben,daß mit Maß, Umsicht und Geschmack ein Fremdwort, selbst einentbehrliches, einmal angewendet werde, denn auch das ist ja einVorzug unsrer Sprache, daß sie das gestattet und kann. Aberman wird aufs schärfste jenes jämmerliche Vermengen und Durch-setzen der Sprache mit fremden Fetzen verurtheilen müssen, alsodaß sie nicht inehr wie deutsch aussieht, sondern wie ein kläg-liches Rothwälsch. Diese Ansichten sind immer von allen wahrenund einsichtigen Freunden unsrer Sprache fcstgehalten worden,und ich glaube, daß es am Orte sei, hier die Äußerungen voneinigen derselben cinzuschalten. Ich wähle dazu Leibniz, Gottschedund Goethe.

Zuerst Leibniz. Er spricht sich in seiner bereits oben an-geführtenErmahnung an die Deutsche u. s. w." (S. 19.) folgender-maßen aus:Ich will keinem über ein fremd Worth, so wohlzu Passe komt, den Proceß machen, aber das ungereimte un-nöthige Einflicken ausländischer auch nicht einmahl verstandener,nicht zwar Worte, doch Red-Arthen, die ganz gleichsam zer-fallende Sätze und Abtheilungen, die ganz unschickliche Zusammen-fügungen, die untaugliche Vernnnfftsgründe, deren man sichschämen müstc, wenn man nur etwas zurückdenken wollte: diesalles ist, was nicht nur unsere Sprache verderben, sondern auchje mehr und mehr die Gcmüthcr ansteckcn wird." Und in seinenNuvorgrciflichcn Gedanken u. s. w." sagt er:Hat es demnachdie Meynung nicht, daß man in der Sprach zum Puritanerwerde, und mit einer abergläubischen Furcht ein fremdes aberbequemes Wort als eine Tod-Sünde vermeide, dadurch aber sichselbst entkräfte, und seiner Rede den Nachdruck nehme; denn solcheallzu große Scheinrcinigkeit ist einer durchbrochenen Arbeit zuvergleichen, daran der Meister solange feilet und bessert, bis er