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gesellschaften, Vereine aller Art würden nicht ausbleibcn. „Eingroßes Muster weckt Nacheiferung!" Nun wohl, der Staat alleinkann dieses große Muster hinstellen. Er allein hat die Machtund das Ansehen, den Erfolg herbeizuführen und Achtung vorfeinem Thun hervorzurufen. Er ist der Herr der Sprache aufallen diesen Gebieten, und so hat er das Recht, dvch auch diePflicht, hier helfend und wiederherstellcud gutzumachen, wasfrühere Zeiten nationalen Verfalles gesündigt und verdorbenhaben. Er kann nicht bloß feine Beamten, er kann auch seineUnterthanen und Alle, die zu ihm in Beziehung stehen, zwingen,die von ihm festzusetzenden guten deutschen Ausdrücke anzunchmenund anzuwenden. Der Gebrauch aber erzeugt schnell die Ge-wohnheit. Und so erwiese er unsrer Sprache und damit derganzen Nation eine unermeßliche Wohlthat.
2. Die Schule.
Es ist bekannt, daß die deutsche Sprache lange, lange Zeitauf den Schulen arg vernachlässigt worden ist. „Alles muß derMensch lernen — sagt Arndt in seiner Schrift »Über den Ge-brauch einer fremden Sprache« (S. 73.)-—, nur seine Sprachewill der Teutsche nicht lernen, die soll ihm von selbst kommen."So ist es wider meinen Willen mir buchstäblich ergangen: ichhabe niemals, weder auf der höheren Bürgerschule noch auf demGymnasium, deutschen Sprachunterricht genossen. Es war da-mals so, und niemand fand etwas dabei. Diesem Umstandewird man vielleicht mancherlei von den Schäden, die hier er-örtert werden, zu gute halten müssen. Daß aber auch derdeutsche Sprachunterricht heutzutage noch keineswegs der Sachevöllig gerecht wird, lehrt unter andern: die üppig wucherndeSeuche der Wortmengerei. Würde in den Schulen nur einigeAufmerksamkeit, einiger Fleiß auf die Reinheit der Muttersprachegelegt, niemals hätte es soweit kommen können. Aber die Lehrer
Ricgcl, Ein Hanptstück. 4