46
Zuvor über glaube ich dem Leser wie der gute» Sache selbstdie Erklärung schuldig zu sein, das; ich ungeachtet dieser That-sachen, welche sich nicht bestreiten lassen und die nur allzu lautreden, keineswegs an der Möglichkeit eines aus einer freiwilligenBewegung innerhalb der Nation hervorgehcnden Umschwungesverzweifle. Warum soll nicht eine Geistesströmuug möglich sein,welche jenen Schlamm wegspült? Warum soll nicht im deutschenBolke jener edle Stolz auf unsere Sprache erwachen, den Grimmerhoffte, und der doch so natürlich ist? Diese Möglichkeit wirdman unter allen Umständen offen halten müssen, nnd deshalbhabe ich diese Schrift auch in ihrem Titel gleich als einen Mahn-ruf au alle national gesinnten Deutschen bezeichnet, wenn ich auchhierbei noch mancherlei anderes im Sinne hatte, das der auf-merksame Leser jedoch selbst ohne weiteres erkennen wird. Aberich bleibe trotzdem dabei: ein Erfolg ist, wie die Sachen heuteliegen, von einer freiwilligen, allgemeinen Bewegung nicht zu er-warten. Deshalb habe ich mein Augenmerk ans andere Mittelund Wege gelenkt.
Ich rufe die Hilfe des Staates an, also des deutschen Reichesnnd seiner Glieder. Von da allein kann znr Zeit wirkliche Hilfekommen.
Meine Vorschläge sind demnach folgende.
1. Von seiten der Verwaltung muß eine gründlicheReinigung der Verwaltungssprache in allen Zweigen des Staats-nnd Gemcindelebens bewirkt werden.
2. Es muß die Schule schon den Nachwuchs in dem Ge-fühle erziehen, daß die Sprachmengerei eine Schande ist, nnd dieLehrer aller Schulen — von der Volksschule bis zur Hochschule —müssen angchalten nnd ermahnt werden, die Unterrichtsspracheselbst rein zu halten.
3. Es muß eine wissen schaftli che Behö rde bestellt werden,welche der Verwaltung zur Hand geht, auf die Schule Einfluß