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Vvn Fremden hvlen? wir Reichen, die wir vergessen haben, wiereich wir sind!" Er schilt cs als die „schimpflichste Faulheit,"daß wir „von den Franzosen Benennungen borgen, welche sie vvnden Todten, vvn den Lateinern und Griechen, geliehen und nachihrer Weise anfgcstntzt haben und welche die Geläufigkeit ihrerZunge in die eigene und in fremde Sprachen cinführt." (S. 74.)Er hätte noch hinznfügcn können, daß wir sogar solche Wörter,die die Franzosen von uns selbst entliehen und anfgcstntzt haben,von ihnen wieder angenommen haben: Boulevard, Boutique,Planchette, Quai, Pedell, Bivouae, Blokade, Bresche, Eseadron,Etappe, Waggon und vieles andre. Das ist doch Wohl derhöchste Grad schimpflicher Faulheit und nationaler Stumpfheitin sprachlicher Hinsicht. „Sollen wir nicht — fragt Arndt solchenZuständen gegenüber — endlich wenigstens lächerlich nennen, wasjedes andre Bolk schlecht nennen würde?" (S. 75.) Freilich,das Jahr 1813 war keine Zeit znm Lachen. Doch konnte derSpott dieser Frage vielleicht damals manch' ernstes Gcmüthrühren und zu einem heilsamen Entschlüsse erheben.
Friedrich Schlegel, der zuerst selbst ganz ungeheuerlichgesündigt hatte, wie man z. B. an Stellen seines ersten Werkes„Die Griechen und Römer" (Hamburg, 1797) sehen kann, be-kehrte sich später und schalt über die bei uns herrschende „furcht-bare Sprachverwildernng." Z Er sagte: „Das Ding oder Wesen,wie man es sonst nennen will, was viele unsrer Schriftstellerschreiben, ich meine auch solche, die ich selbst an Geist und Ge-halt zu den besseren und besten zähle, kann ich wenigstens fürDeutsch garnicht anerkennen. Ein unnatürliches Zwitterwesen istcs, ein widerwärtiger Mischling, aus dem Abfall aller andernSprachen, besonders der französischen, durch einander gerührt."
Doch es sei genug der strafenden und warnenden Stimmen
*) Im „Deutschen Museum" von 1812 , Septemberhcft.